Seite 2: „Für immer die ersten“

Als man mir den Job hier anbot, hatte ich genau 48 Stunden Zeit, mich zu ent­scheiden.“, erin­nert sich Coach Dupuis in einem Inter­view. Ich habe die Her­aus­for­de­rung letzt­lich ange­nommen, was ich bisher nicht bereut habe.“ Der Erfolg gibt ihm Recht, doch abseits des Platzes läuft bei weitem nicht alles rund. Beim Qua­li­spiel gegen den Senegal am 9. Sep­tember dieses Jahres in der Haupt­stadt Antan­a­na­rivo ereig­nete sich ein Drama, als bei einer Mas­sen­panik vor dem Sta­dion 37 Men­schen ver­letzt wurden und eine Person starb. Viele Fans sahen in den Sicher­heits­be­hörden die Ver­ant­wort­li­chen und kri­ti­sierten unter anderem, dass trotz der Tat­sache, dass sich viele Zuschauer ange­kün­digt hatten, nur ein Sta­di­ontor geöffnet war.

Weitaus weniger schlimm wiegt da schon die Tat­sache, dass sich der Coach im Clinch mit dem natio­nalen Fuß­ball­bund (FMF) befinden soll. Bis heute wurde Dupuis von Seiten des Ver­bandes kein Ver­trag zur Unter­zeich­nung vor­ge­legt, eine Tat­sache, die auch unlängst von seinem Kapitän kri­ti­siert wurde.

In Von­to­vorana laufen die letzten Sekunden. Eine letzte Chance für den Gegner, ein letzter Schuss auf das Tor. Das Sta­dion hält den Atem an… – drüber! Der Schieds­richter pfeift sofort ab, das Spiel ist aus! Auf den Rängen gibt es kein Halten mehr, und auch auf dem Platz geht die Party sofort los. Mann des Tages ist, natür­lich, Tor­schütze Rako­to­hari­ma­lala. Aber an diesem his­to­ri­schen Tag ist jeder ein­zelne Akteur der Mann­schaft ein Held, was auch Wil­liam Gros, beim fran­zö­si­schen Viert­ligsten AS Vitré unter Ver­trag, sofort klar wird: „ Wir werden für immer die ersten sein, die unser Land zu einem inter­na­tio­nalen Tur­nier gebracht haben!“ Mada­gaskar hat es geschafft und fährt zum Afrika-Cup 2019.

Nicht nur für das Land ist es die erste Teil­nahme an einem großen Tur­nier, auch für den Trainer ist es eine Pre­miere, nachdem er jah­re­lang den fran­zö­si­schen Ama­teur­verein AS Yzeure trai­niert hat. Mit Mada­gaskar, seiner ersten Sta­tion bei einer Natio­nal­mann­schaft, ist er nun ange­kommen im Kon­zert der ganz großen. Im nächsten Jahr könnten seine Spieler und er dann auf Mohamed Salah, John Obi Mikel und Pierre-Eme­rick Aub­ameyang treffen.