Letze Woche Sonntag wurde Peter Stöger beim 1.FC Köln ent­lassen, eine Woche später war der Öster­rei­cher schon der neue Trainer von Borussia Dort­mund. Bei Anhä­gern des Effzeh sorgte das für einen Stich ins Herz. Doch bei aller Sen­ti­men­ta­lität, der ehe­ma­lige Coach der Dom­städter, der eine Mit­schuld an Kölns Tal­fahrt trägt, schaffte es nicht, das Ruder her­um­zu­reißen. 

Über mög­liche Ursa­chen von Kölns Krise wurde bereits fleißig spe­ku­liert. Doch viel wich­tiger als die Frage nach dem warum“ ist mitt­ler­weile die nach dem was nun“? Die Hin­runde ist noch nicht beendet, da rechnen in der Dom­stadt längst alle mit dem Abstieg in die Zweit­klas­sig­keit. Schon jetzt sind es zwölf Punkte bis zum Rele­ga­ti­ons­platz, der Rück­stand scheint unein­holbar – ins­be­son­dere dann, wenn man sich die unglück­li­chen Auf­tritte des 1. FC Köln anschaut und fragen muss, woher allein dieses Dut­zend an Zäh­lern eigent­lich kommen soll?


Ein neuer Impuls
Den Kopf in den Sand zu ste­cken, obwohl zumin­dest rech­ne­risch noch alles mög­lich ist, wäre fatal. Nichts­des­to­trotz spricht nach der jüngsten Nie­der­lage alles gegen den Klas­sen­er­halt. Eine Situa­tion, die zugleich gro­tesk und hoch­gradig gefähr­lich ist. Allein es braucht etwas, das die Hoff­nung noch einmal auf­keimen lassen könnte. Einen sol­chen Impuls“ könnte wohl nur ein neuer Trainer setzen.


Die Auf­gabe, einen geeig­neten Kan­di­daten zu finden, obliegt seit Montag dem neuen sport­li­chen Geschäfts­führer Armin Veh. Undank­barer könnte der Job des neuen Mana­gers wohl kaum sein – zumal der neue Trainer, der in der Win­ter­pause prä­sen­tiert werden soll, nicht bloß den klas­si­schen Feu­er­weh­mann geben soll. Bei einem wahr­schein­li­chen Abstieg soll er das Pro­jekt Neu­aufbau und Wider­auf­stieg leiten. Die Suche nach einem sol­chen Multi-Talent gleicht einer Her­kules-Auf­gabe.


Zu viele Neben­schau­plätze
Auch im Kader bedarf es drin­gend einiger Ver­än­de­rungen. Nicht nur die Ver­letzen-Misere, welche Leis­tungs­träger wie Jonas Hector, Marco Höger oder Marcel Risse lang­fristig außer Gefecht gesetzt hat, son­dern auch die man­gel­hafte Ein­kaufs­po­litik von Ex-Manager Jörg Schmadtke machte sich in der aktu­ellen Spiel­zeit deut­lich bemerkbar. Die Mann­schaft braucht drin­gend Ver­stär­kungen. Nur welche Spieler wech­seln in der Win­ter­pause zu einem Absteiger und gehen den bit­teren Gang in die zweite Liga mit?


Zu allem Über­fluss leis­tete sich die Ver­eins­füh­rung um FC-Prä­si­dent Werner Spinner, Vor­stands­mit­glied Toni Schu­ma­cher und Geschäfts­führer Alex­ander Wehrle nicht nur einige zumin­dest dis­ku­table Ent­schei­dungen, so wie den Zeit­punkt von Stö­gers Ent­las­sung, diese werden zudem höchst unglück­lich kom­mu­ni­ziert. Dazu zählen die halb-öffent­lich geführte Suche nach einem neuen Manager – inklu­sive wider­sprüch­li­cher Aus­sagen von allen Betei­ligten, sowie das Stöger-Aus, wel­ches schon am Tag vor seiner Ent­las­sung in der Zei­tung zu lesen war.