Seite 2: Warum er bei Löw hoch im Kurs steht

Der Hof­fen­heimer ist so etwas wie der Kri­sen­ge­winner bei der deut­schen Natio­nal­mann­schaft. Im Sep­tember war er einer von drei neuen Spie­lern, die Bun­des­trainer Joa­chim Löw für das erste Län­der­spiel nach dem WM-Debakel ein­ge­laden hatte. In der Nations League gegen den neuen Welt­meister Frank­reich blieb er noch auf der Bank, da ver­traute Löw die linke Seite lieber dem gelernten Innen­ver­tei­diger Antonio Rüdiger an. Im eher bedeu­tungs­losen Test gegen Peru durfte Schulz dann spielen. Das schien einiges über die ihm von Löw zuge­dachte Bedeu­tung aus­zu­sagen.

Hoch im Kurs

Inzwi­schen ist es umge­kehrt. Im Test­spiel gegen Ser­bien unter der Woche kam der Leip­ziger Marcel Hals­ten­berg auf der linken Seite zum Ein­satz. Als es ernst wurde, setzte Löw hin­gegen auf Schulz. Der Hof­fen­heimer, geboren in Berlin, aus­ge­bildet bei Hertha BSC, ist ein biss­chen zum Pro­to­typen für die neue Zeit geworden – weil er schnell ist, weil er auch als Außen­ver­tei­diger nach vorne denkt und mutig spielt. Gegen die Hol­länder schoss Schulz nicht nur das ent­schei­dende Tor; er berei­tete auch die 1:0‑Führung durch Leroy Sané vor und lei­tete mit einer Flanke eine wei­tere Kopf­ball­chance für Thilo Kehrer ein.

Schulz ist kein fili­graner Tech­niker – das war auch bei seinem Treffer in Ams­terdam zu sehen. Er stürzte den Ball irgendwie ins Tor. Aber er ver­fügt über genau die Qua­li­täten, die beim Bun­des­trainer im Moment sehr hoch im Kurs stehen.