Profi wird von Oma bezahlt

Ein echtes Pfund

Seit 2012 ist Scott Laird bei Preston North End. Für jeden Treffer erhält er immer noch Geld aus seinem ersten leistungsbezogenen Vertrag.

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In der E-Jugend war ich Stürmer. Kleinfeld. Ein richtiger Neuner, auch wenn nicht einmal neun pro Mannschaft auf dem Platz standen. Aber es gab auf einmal eine Zeit, in der es nicht so lief. Düster. Ausgerechnet in der heißen Phase in der Rückrunde, in der die großen und verregneten Matches gegen Wolfsanger, Breuna und Eiterhagen plötzlich doppelt zählten. Langer, plötzlich Ladehemmung. Lief es nicht so in der Schule? Bestimmt, aber das war nichts Neues, daran konnte es nicht liegen. Probleme mit Mädchen? Ich war zehn. Ich war ratlos. Kein schönes Gefühl.

Mein Bruder zahlte mir eine Mark pro Tor

Doch zum Glück hatte mein älterer Bruder schon damals, Anfang der Neunziger, ein feines Gespür für die Verzahnung von Sport und Kommerz. Er hatte eine gewiefte Idee: Geld. Eine Mark für jedes Tor. Eine Mark. Für so ein bisschen Toreschießen. Viel Asche für einen Zehnjährigen. Mein Bruder, der Dietmar Hopp in meiner Familie, nickte und schob mir gleich mal einen Vorschuss für ein Ed von Schleck über den Küchentisch.

Was hat diese Geschichte mit Scott Laird aus England zu tun? Der Mann ist 26 Jahre alt, spielt in der dritten englischen Liga bei Preston North End. Verteidiger, links hinten. Außerdem durfte er vor drei Tagen im Rahmen des FA-Cups gegen das große Manchester United ran. Diese große Bühne nutzte er gleich mal, um für sein Team das zwischenzeitliche 1:0 zu erzielen, ein Tor, bei dem alle Romantiker und Phrasenlover gleichzeitig folgenden Satz röchelten: »Im Pokal ist alles möglich!«

Vertrag mit der eigenen Oma

Außer, wenn man gegen Ander Herrera, Marouane Fellaini und Wayne Rooney spielt, die dem Underdog aus Preston dann doch noch drei Dinger einschenkten und die fußballgottgewollte Ordnung wiederherstellten. So weit so gähn. Aber dann trat nach dem Spiel Torschütze Scott Laird ans Mikrofon der BBC. Und verriet, dass dieses Spiel nicht nur seinem Prestige zugute kam, sondern auch seinem Geldbeutel. Der Grund: ein Vertrag, den er schon vor langer Zeit bei einer anderen Großmacht im Fußball unterzeichnet hat – seiner Großmutter.