Seite 3: Und Leverkusen?

4. Der Ver­wal­tungs­modus der Bayern funk­tio­niert (noch) nicht

So stark die Bayern vor der Pause auf­traten: Spä­tes­tens in der zweiten Halb­zeit zeigte sich, dass sie auch ver­wundbar sind. Wenn sie von ihrem hohen Angriffs­pres­sing auf ein etwas tie­feres Mit­tel­feld­pres­sing umstellen, ver­lieren sie die Kon­trolle über eine Partie. Wenn der Gegner das Spiel ruhig aus der eigenen Hälfte auf­bauen kann, findet er die Schwach­stellen der Bayern.

Die lassen sich vor allem auf den Flü­geln finden. Hier haben die Bayern nicht die hohe Inten­sität im Spiel gegen den Ball. Gerade wenn die Außen­stürmer über­spielt wurden, sind die Außen­ver­tei­diger ver­wundbar im Eins-gegen-Eins. Lever­kusen lei­tete über die Flügel beste Chancen ein – und schei­terte an sich selbst.

5. Lever­kusen macht zu viele Fehler

So über­mächtig die Bayern über weite Stre­cken der Partie wirkten: Unver­wundbar waren sie nicht. Es wäre durchaus mög­lich gewesen, die Schwä­che­phase der Bayern aus­zu­nutzen und das Spiel nach der Pause aus­ge­gli­chen zu gestalten. Doch Lever­kusen stand sich selbst im Weg.

Da war zum Einen Kevin Volland, der frei­ste­hend vor Manuel Neuer den Ball nicht traf (57.). Zum Anderen patzte Tor­hüter Lukas Hra­decky. Er ließ einen harm­losen Schuss von Robert Lewan­dowski durch die Beine rut­schen (63.) – just in der stärksten Phase der Lever­ku­sener.

Ja, es ist dieser Tage schwer vor­stellbar, dass die Bayern ein Spiel ver­lieren. Möchte eine Mann­schaft dieses Wunder schaffen, muss sie am Limit ihrer Leis­tungs­fä­hig­keit spielen. Lever­kusen gelang das am Sams­tag­abend nicht. Somit blieb die Über­ra­schung aus. Alles beim Alten also im Ber­liner Olym­pia­sta­dion.