Die beiden alten Männer schleppten sich ein letztes Mal gemeinsam vor die Kamera. Vor allem der jün­gere der beiden sah arg lädiert aus. Er hatte sich seiner Stutzen ent­le­digt, um das linke Sprung­ge­lenk trug er eine Ban­dage, um die rechte Wade einen Ver­band. Aber Per Skjelbred spürte keinen Schmerz, weder kör­per­lich, noch mental. Der Nor­weger strahlte.

Es ist vorbei. Sieben Jahre Hertha BSC, vor allem aber eine lange Saison, die an allen Betei­ligten gezehrt hatte. Und trotzdem genoss Skjelbred nach der 1:2‑Niederlage bei Borussia Mön­chen­glad­bach seine letzten Momente in der Fuß­ball- Bun­des­liga. Als sich schon längst keiner seiner Kol­legen mehr auf dem Rasen auf­hielt, musste er noch für diverse Erin­ne­rungs­fotos posieren. Daumen hoch, Lächeln im Gesicht.

Ibi­se­vics Zun­kunft ist weiter offen

Vedad Ibi­sevic wirkte fast ernst, als er beim Fern­seh­in­ter­view neben Skjelbred stand. Seine Situa­tion ist ähn­lich – und doch anders. Auch bei Ibi­sevic endet das Ver­trags­ver­hältnis mit Hertha am Dienstag. Doch wäh­rend für Skjelbred seit Monaten klar ist, dass er in seine Heimat Trond­heim und zu seinem Hei­mat­verein Rosen­borg zurück­kehrt, weiß Ibi­sevic immer noch nicht, wie es für ihn wei­ter­geht.

Immerhin zählte er – genau wie Peter Pekarik – am Sonntag nicht zu den Spie­lern, die von Hertha offi­ziell im Mann­schafts­kreis ver­ab­schiedet wurden. Skjelbred, Marko Grujic, Alex­ander Ess­wein und Marius Wolf wurden noch einmal gewür­digt und beschenkt. Ersatz­tor­hüter Thomas Kraft fehlte aus pri­vaten Gründen, genauso der sus­pen­dierte Salomon Kalou.

Grujic kann sich einen Ver­bleib vor­stellen

Bei den Leih­spie­lern Wolf und Grujic ist die finale Ent­schei­dung über eine Wei­ter­be­schäf­ti­gung noch nicht gefallen. Grujic könnte sich einen Ver­bleib gut vor­stellen. Es ist mein Klub“, sagte er am Sonntag. Ich fühle mich hier sehr will­kommen.“ Aller­dings war seine Leis­tung am Samstag in Mön­chen­glad­bach nicht unbe­dingt eine Emp­feh­lung.

Anders als der Auf­tritt von Vedad Ibi­sevic, der wieder das tat, was man eben von Vedad Ibi­sevic erwartet: Er war zur rechten Zeit am rechten Fleck und traf kurz vor Schluss mit seinem siebten Sai­son­treffer zum 1:2‑Endstand. Im August wird der Bos­nier 36, aber trotz seines fort­ge­schrit­tenen Alters war er in dieser Saison (zusammen mit Dodi Luke­bakio) der erfolg­reichste Tor­schütze in Her­thas Kader.