Lieber DFB, liebe Ver­bands­bosse,

Sie hatten zuletzt relativ viel Ärger am ohnehin stets von sach­li­chen Kra­watten ein­ge­schnürten Hals. Da gab es bei­spiels­weise den Ex-Prä­si­dent Rein­hard G., der sich so for­mu­liert zwar irgendwie sexy spricht, dessen Steif­heit bei öffent­li­chen Auf­tritten aber von Erotik so weit ent­fernt war wie die Löw­sche Hand von Löw­schen Kör­per­re­gionen, in denen man die Löw­sche Hand eigent­lich ver­muten würde, wenn gerade eine Mil­li­arde Men­schen zuschauen – bei einem WM-Finale etwa.

Und der letzt­end­lich über einen Skandal stol­perte, über den frü­here Ver­bands­granden, Stich­wort Som­mer­mär­chen, nur müde lächeln können. Apropos: Haben Sie mal auf die Uhr geguckt? Es ist fünf vor zwölf. Also wirk­lich. Es ist 11:55 Uhr an einem Mitt­woch­mittag, und soeben erreichte das Land via Sport­bild die Nach­richt, dass Lukas Podolski gerne bei den Olym­pi­schen Spielen dabei wäre. Als Spieler!

Lassen Sie Poldi in Japan!

Was Ihnen die Mög­lich­keit bietet, auch mal wieder etwas richtig zu machen. Falls Sie irgend­wann, auf einem Flug von Katar nach Frank­furt zum Bei­spiel, ver­gessen haben sollten, wie man das Rich­tige vom Fal­schen unter­scheidet, hier eine kurze Ver­an­schau­li­chung: Die Idee Ihres IT-Kom­mis­si­ons­chefs Walter Desch, 74, auf seiner pri­vaten Home­page den Witz des Monats“ zu ver­öf­fent­li­chen, diesen seit April 2014 nicht mehr zu aktua­li­sieren und dem­entspre­chend bis heute die zu etwa glei­chen Teilen däm­liche wie sexis­ti­sche Was heißt Blon­dine auf Chi­ne­sisch? Dumm Ding“-Anti-Pointe für die ganze Welt sichtbar stehen zu lassen, war die fal­sche.

Wie auch immer: Podolski bietet sich an, beim olym­pi­schen Fuß­ball­tur­nier noch ein letztes Mal das DFB-Dress über­zu­ziehen. Denn, sie haben es womög­lich gelesen (Fax?), drei Spieler im Kader dürfen älter sein als 23. Wes­halb wir Ihnen an dieser Stelle zurufen: Nehmen Sie Poldi mit nach Japan! Bezie­hungs­weise: Sorgen Sie zumin­dest dafür, dass er bis zum Sommer 2020, bis zu den Olym­pi­schen Spielen, nicht von dort abhaut. Dass er sich, wenn man so will, nicht von der Stelle bewegt. Wie man Still­stand för­dert und Fort­schritt ver­meidet, brau­chen wir Ihnen ja nicht zu erzählen…

Außerdem, das behaupten wir ein­fach mal, würde es Podolski für den DFB sicher umsonst machen. Zur Erin­ne­rung: Umsonst, das sind in etwa 287304,35 Euro weniger, als eine durch­schnitt­liche Prä­si­diums-Fete an der Copa­ca­bana kostet.