Uner­schöpf­lich ist der Ein­falls­reichtum vieler Spieler, wenn es um Gründe geht, sich eine rote Karte abzu­holen. Der israe­li­sche Natio­nal­spieler Yoav Ziv bewies seine Krea­ti­vität im Euro­pa­po­kal­spiel von Mac­cabi Tel Aviv bei Stoke City. Seinen im Zwei­kampf an der Außen­linie ver­lo­renen Schuh kickte er leicht ange­säuert gegen wenige Meter ent­fernt ste­henden Schieds­rich­ter­as­sis­tenten. Und auch wenn er sich Bruch­teile von Sekunden seiner Schuld bewusst wird und dem Assis­tenten zur Hilfe eilt, nützt es am Ende nichts mehr: Ziv sah den roten Karton. Man könnte meinen, ein biss­chen viel Thea­tralik für einen nicht gege­benen Frei­stoß, immerhin lag Mac­cabi zu diesem Tat­zeit­punkt bereits 0:3 zurück.

Wenn man Zivs Wut nach­voll­ziehen kann, dann muss man auch seine Kurz­schluss­re­ak­tion ver­stehen – als Aus­druck einer Kultur, in der Schuhe eine beson­dere Rolle spielen. Anders als hier­zu­lande gelten Schuhe überall in der ara­bi­schen Welt als Mittel, um seiner Ver­ach­tung Aus­druck zu ver­leihen. Wer erin­nert sich nicht an die Iraker, die mit ihren Schuhen auf eine gestürzte Saddam Hus­sein-Statue ein­schlagen oder an die gewor­fenen Schuhe, die George W. Bush nur knapp ver­fehlten? Doch für die Über­tra­gung dieser Sitte auf den Platz hatte der grie­chi­sche Schieds­richter kein Ver­ständnis.