Seite 2: Wie das Chaos zurückkam

In Ver­bin­dung mit dem über­ra­schenden sport­li­chen Erfolg ging dieser Plan auf. Bei der Tren­nung von Ver­ein­si­kone Bene­dikt Höwedes blieb die Unruhe im Rahmen. Der Abgang von Max Meyer, der eine zeit­lang zu den besten Spie­lern Schalkes gehörte, wurde vom Umfeld sogar begrüßt. Und als Schalke zu Beginn dieser Saison die ersten fünf Spiele verlor, wackelte der Trainer nicht. Heidel: Wenn es Pro­bleme gibt, gehen wir da gemeinsam durch.“

Was sich Heidel vor­werfen lassen muss

Allein Tedesco ist kein Trainer, der lapidar Ruhe aus­strahlt. Tedesco ver­än­dert sofort, wenn etwas nicht funk­tio­niert. Er stellte die Defen­sive um, er rotierte rein und raus (in dieser Saison oft ver­let­zungs­be­dingt), er schrieb die Idee wieder ab, selbst Fuß­ball spielen zu lassen. Er ver­ab­schie­dete, wie zuvor Höwedes, nun auch uner­wartet Naldo und setzte Ralf Fähr­mann auf die Bank. Tedesco ist kein Aktio­nist, er will jede Ent­schei­dung begründen können. Doch wenn in dieser Gemenge­lage die Erfolge aus­bleiben, wirkt Ver­än­de­rung wie Plan­lo­sig­keit. Und ohne erkenn­baren Plan kommt Unruhe auf.

Chris­tian Heidel wird sich vor­werfen lassen müssen, dass abge­sehen von Mark Uth – der im Schalker Trikot für die Natio­nal­mann­schaft berufen wurde – kein Neu­zu­gang wirk­lich funk­tio­nierte. Er beklagte, dass ihn die Sport Bild“ in den ver­gan­genen Wochen scharf atta­ckiert hatte. Sie for­derten ihn auf, sich zu schämen und zu gehen“.

Was ist die Alter­na­tive?

Heidel geht zum Sai­son­ende, tritt schon jetzt in den Hin­ter­grund und will auch auf seine Abfin­dung ver­zichten. Ein respek­ta­bler Schritt, der – so heißt es – wegen feh­lender Rücken­de­ckung nun auch noch Dome­nico Tedesco den Job kosten könnte. Viel­leicht bleibt er auch bis über den Sommer hinaus, dann hätte er so lange durch­ge­halten wie kein Zweiter seit Huub Ste­vens.

Ob es ohne Chris­tian Heidel – und mög­li­cher­weise ohne Tedesco – besser wird auf Schalke? Ob Schalke diese innere Unruhe ein­fach braucht? Die Sta­tistik der letzten Jahre spricht dagegen.