Seite 2: Das auch noch: neuer Negativrekord

An diesem Grund­pro­blem, das eher lang- als kurz­fristig wirkt, konnte auch der neue Frank­furter Trainer wenig ändern. Niko Kovac ver­suchte alles, was ein Trainer binnen einer Woche ver­su­chen kann. Er appel­lierte an die Ehre der Mann­schaft, er stellte die Startelf auf den Kopf, er stellte auf eine völlig neue For­ma­tion um. Ver­geb­lich. Auch gegen Glad­bach hatte man als Außen­ste­hender über 90 Minuten hinweg keine Ahnung, wie diese Frank­furter eigent­lich ein Tor erzielen wollen. Kein ein­ziger Schuss kam auf das Glad­ba­cher Tor – Nega­tiv­re­kord in dieser Saison.

Frank­furter Wech­sel­spiel­chen

Dabei hatte Kovac durchaus was gewagt. Er stellte seine Mann­schaft im 4−3−3 auf. Mit­tel­feld-Dribbler Marco Fabian begann zunächst als Stürmer. Stefan Aigner und Haris Seferovic sollten von den Flü­geln aus hinter die Abwehr starten. Doch soweit kamen die Frank­furter gar nicht erst; sie schei­terten daran, das Glad­ba­cher Pres­sing zu über­spielen. Hoch und weit oder kurz und direkt? Die Frank­furter Spieler ver­folgten keine klare Stra­tegie. So ver­bes­serte sich das Frank­furter Spiel auch nicht, als Seferovic später zen­tral und Fabian auf dem Flügel spielte.

Niko Kovac drin­gendste Auf­gabe muss es jetzt sein, seiner Mann­schaft eine klare Stra­tegie ein­zu­impfen – nicht im Detail, son­dern als großes Ganzes. Gerade das Spiel gegen den Ball braucht feste Rituale und Abläufe. Die Partie gegen Glad­bach könnte ein erster Fin­ger­zeig gewesen sein: Teil­weise presste Frank­furt früh, rückte im 4−3−3 weit nach vorne. Doch die Bewe­gungen waren noch nicht abge­stimmt. Doch dies ist wenigs­tens ein kleiner Hoff­nungs­schimmer, auf dem Kovac auf­bauen kann.

Die Rivalen haben deut­li­chen Vor­sprung

Es ist auf den ersten Blick ver­lo­ckend, Kovac oder Ex-Trainer Armin Veh die Schuld in die Schuhe zu schieben. Doch dem Klub an sich fehlt es an einer spie­le­ri­schen Phi­lo­so­phie. Das ist umso bit­terer, als dass die Lokal­ri­valen aus Mainz und Darm­stadt eine so starke Phi­lo­so­phie haben, nach der sie all ihr Han­deln aus­richten – von den Trainer- über die Spie­ler­ver­pflich­tungen bis hin zur Jugend­ar­beit. Die Frank­furter Krise ist nur ein Sym­ptom für ein weitaus grö­ßeres Pro­blem. Und genau das sollte den Frank­furter Anhän­gern am meisten Sorgen bereiten. Oder ein­fach gesagt: Puh!