Seite 2: Mai: Eiserne Erstklassigkeit

Mai

Auf­reger des Monats: Europa-League-Finale in Baku 

Die Ver­gabe des Europa-League-End­spiels nach Aser­bai­dschan erfolgte bereits im Dezember 2017 – und doch kochte das Thema kurz vor dem Finale zwi­schen Chelsea und Arsenal nochmal so richtig hoch. Fest­ge­macht wurde die Debatte ins­be­son­dere an der Per­so­nalie Hen­rikh Mkhi­ta­ryan: Der Arme­nier sagte seine Teil­nahme am End­spiel ab – auf­grund von Sicher­heits­be­denken, die nicht gänz­lich aus­ge­räumt werden könnten, hieß es von Ver­eins­seite. Zwi­schen beiden Län­dern exis­tiert ein lang­jäh­riger poli­ti­scher Kon­flikt. Aser­bai­dschan ran­giert auf Platz 166 der Pres­se­frei­heit, pflegt einen teils frag­wür­digen Umgang mit dem Thema Men­schen­rechte – warum also ein End­spiel aus­ge­rechnet in Baku? Mal ganz zu schweigen von den infra­struk­tu­rellen Gege­ben­heiten, Stich­wort: Flug­ha­fen­ka­pa­zität. Am Ende wurde auch noch Fuß­ball gespielt: Im längst nicht aus­ver­kauften Natio­nal­sta­dion schlug Chelsea Arsenal mit 4:1. 

Spieler des Monats: Divock Origi

In der gesamten Cham­pions-League-Saison erzielte Divock Origi genau drei Treffer – bei immerhin acht Ein­sätzen eine über­schau­bare Quote. Doch welche Aus­sa­ge­kraft haben solche Sta­tis­tiken, nachdem er sein Team mit einem Dop­pel­pack doch noch ins Finale gebracht hatte und im End­spiel für die Ent­schei­dung sorgte? Vor allem sein Auf­tritt im Halb­final-Rück­spiel gegen den FC Bar­ce­lona wird wohl ewig in Erin­ne­rung bleiben: Mit 4:0 besiegte der FC Liver­pool die Kata­lanen an der Anfield Road, nachdem Barca das Hin­spiel mit 3:0 für sich ent­schied. Übri­gens: In 31 Bun­des­liga-Spielen traf Origi sechs Mal für den VfL Wolfs­burg. Das war in der Saison 2017/18 – und inter­es­siert wirk­lich absolut gar keinen.

Video des Monats: 

Union Berlin setzte sich in der Rele­ga­tion gegen den VfB Stutt­gart durch und stieg zum ersten Mal in die Bun­des­liga auf. Wie das in Köpe­nick gefeiert wurde? Stan­des­gemäß.

Spiel des Monats: FC Chelsea – Ein­tracht Frank­furt 4:3 n.E. 

Aus­rei­chend Gründe, das Europa-League-Finale in Baku nicht zu besu­chen, wurden ja bereits ein­gangs genannt. Die sen­sa­tio­nell auf­spie­lende Ein­tracht machte am Ende aber aus sport­li­chen Gründen einen Bogen um Aser­bai­dschan – am man­gelnden Willen hatte es aber defi­nitiv nicht gelegen. Das Hin­spiel im Frank­furter Stadt­wald endete 1:1. Am 9. Mai folgte dann das Rück­spiel an der Stam­ford Bridge. Den Füh­rungs­treffer von Ruben Loftus-Cheek in der 28. Minute ega­li­sierte Luka Jovic nach 49 Spiel­mi­nuten. Es kam, wie es kommen musste: Elf­me­ter­schießen. Aus­ge­rechnet der zuvor umju­belte Held Martin Hin­ter­egger schei­terte, genauso wie Gon­calo Paci­encia. Eden Hazard machte für Chelsea alles klar – und sorgte dafür, dass einige Ein­tracht-Anhänger ins­ge­samt über 100 Karten für das Finale an das SOS-Kin­der­dorf in Baku spen­deten.