Kurt Krägel, das Derby zwi­schen dem HSV und dem FC St. Pauli im Februar 2011 wurde wegen der Unbe­spiel­bar­keit des Platzes abge­sagt. Man warf Ihnen vor, den Rasen zu spät aus­ge­tauscht zu haben. Warum musste das Grün über­haupt gewech­selt werden?

Kurt Krägel: Das Sta­dion vom Ham­burger SV ist so gebaut, das wenig Luft und Licht ein­dringt. Und solche Zustände sind schlecht für den Rasen. In den ver­gangen zehn Jahren mussten wir 30 Mal den Rasen wech­seln. Wir sind also nicht völlig blau­äugig in diesen Dingen. Vor dem Kauf haben wir den Rasen genau begut­achtet. Ent­schei­dend waren die Wet­ter­be­din­gungen in Hol­land, dort kaufen wir unseren Rasen, und in Ham­burg. Beides passte. Wir haben uns dann ent­schieden, den Rasen am Don­nerstag vor dem Spiel zu ver­legen.

Gab es dabei Pro­bleme?

Kurt Krägel: Über­haupt nicht. Unter strah­lendem Son­nen­schein konnte das neue Grün ver­legt werden. Dann wurden wir von den Was­ser­massen über­rascht. Am Freitag fielen 18 Liter pro Qua­drat­meter, am Samstag gar 43 Liter und am Sonntag noch einmal 18 Liter. Das war ein­fach zu viel, Mit dieser Menge Wasser war nicht zu rechnen.

Sie sagen, der Roll­rasen wurde am Don­nerstag vor dem Spiel ver­legt. Zu spät?

Kurt Krägel: Nein. Selbst in zehn oder 14 Tagen wächst kein Roll­rasen an. Es hätte also mehr Zeit gebraucht.

Warum dann nicht zu einem anderen Zeit­punkt?

Kurt Krägel: Für uns erschien der Zeit­punkt optimal. Es ist nicht unge­wöhn­lich, den Rasen zu dieser Jah­res­zeit zu ver­legen. Das haben Han­nover 96, Werder Bremen, der VfL Wolfs­burg, der VfB Stutt­gart und der 1. FC Köln auch gemacht. In Stutt­gart und Köln liegt sogar der selbe Rasen wie bei uns.

Auch der neue Rasen konnte die Absage des Derbys nicht ver­hin­dern. Hätte man den alten Rasen nicht noch ein biss­chen liegen lassen können?

Kurt Krägel: Der war in einem sehr schlechten Zustand. Nach diesen Was­ser­massen wäre er auch nicht bespielbar gewesen. Das behaupten nicht nur wir, son­dern auch unab­hän­gige Fach­leute.

Wen haben Sie kon­sul­tiert?

Kurt Krägel: Yves Kessler, ein staat­lich geprüfter und ver­ei­digter Sach­ver­stän­diger aus Mün­chen. Den Herrn haben wir extra ein­fliegen lassen. Er bestä­tigte uns, dass der neue Rasen in einem sehr guten Zustand und kor­rekt ver­legt worden war.

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Der HSV hatte also keine Chance gegen den Regen?

Kurt Krägel: Es ist ein­deutig: Petrus trifft die Schuld.

Wie haben Sie auf die schlechten Platz­ver­hält­nisse reagiert?

Kurt Krägel: Wir haben die DFL infor­miert und uns gemeinsam mit den Schieds­rich­tern den Platz ange­schaut. Er war unbe­spielbar.

Hätten Sie den nassen Rasen nicht trocknen können?

Kurt Krägel: Das Pro­blem ist, dass man mit keinem Gerät auf den Platz konnte. Auch mit einem Hub­schrauber in die Arena zu fliegen, damit er dort alles tro­cken bläst, wäre undenkbar, da er gar nicht ins Sta­dion ein­fliegen könnte.

Ein Hub­schrauber?

Kurt Krägel: Das ist nicht unüb­lich. Aber die Kon­struk­tion unseres Sta­dions lässt das nicht zu. Es war ein­fach nichts zu machen. Die Drai­nage wurde geöffnet, damit das Wasser abfließt. Solche Mengen waren aller­dings nicht zu bewäl­tigen.

Wer ent­scheidet eigent­lich über den Spiel­ab­bruch?

Kurt Krägel: Das beschließt die Sta­di­on­kom­mis­sion, bestehend aus DFL, Schieds­rich­tern und dem HSV. Alle kamen zu dem Ergebnis, dass man auf diesem Grund keinen Fuß­ball spielen kann.

Sie sind in den Tagen nach der Der­by­ab­sage häufig zitiert worden, Sie schienen für das aus­ge­fal­lene Spiel gerade stehen zu müssen. Gab es auch nega­tive Rück­mel­dungen sei­tens der Fans aus Ham­burg?

Kurt Krägel: Außer meiner Tochter hat mich nie­mand bepö­belt.

Ihre Tochter?

Kurt Krägel: Sie musste sich in der Schule dafür recht­fer­tigen, dass ihr Vater das Derby ver­geigt hat. Das fand sie nicht so toll.

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