Die höchste Form der Ver­hand­lungs­kunst ist das Ulti­matum. Mächte Men­schen legen klare Fristen fest – so wie Peter Neururer, der gerade dem ganzen deut­schen Fuß­ball die Pis­tole auf die Brust gesetzt hat: Wenn in dieser Saison kein Angebot mehr kommt, werde ich nicht mehr als Trainer oder Sport­di­rektor arbeiten!“

Arbeitslos, Herz­in­farkt, drei Tage Koma

Nun mag es den Anschein haben, dass Peter Neururer nicht unbe­dingt in der rich­tigen Posi­tion ist, um ein Ulti­matum zu stellen. Der 57-Jäh­rige ist seit knapp drei jahren arbeitslos, er hat beim Golf­spielen einen Herz­in­farkt erlitten und lag meh­rere Tage im Koma. Sein letzter großer Erfolg liegt acht Jahre zurück, damals erreicht er mit dem VfL Bochum den UEFA-Cup.

Seine Dro­hung scheint also ledig­lich zu beweisen, dass Sport­ka­merad Selbst­über­schät­zung neben ihm auf der Trai­ner­bank wei­terhin einen festen Platz als Assis­tent hat. Trotzdem: Kann es sich der bis­weilen gleich­för­mige deut­sche Fuß­ball leisten, auf einen so begnadet Grö­ßen­wahn­sin­nigen wie Neururer zu ver­zichten?

Für Köln, Bochum und Schalke würde Peter der Große eine Aus­nahme machen

Leider hat Neururer sein Ulti­matum gleich wieder abge­schwächt: Für den 1. FC Köln, Bochum und Schalke würde er auch noch nach Ablauf der Frist zur Ver­fü­gung stehen. So geht das natür­lich nicht; Chrust­schow hat 1958 schließ­lich auch nicht gefor­dert, die Alli­ierten müssten aus ganz West-Berlin abziehen, könnten aber ruhig in Dahlem, Britz und Kladow bleiben. Wenn Peter Neururer doch nicht schießen will, hätte er die Pis­tole viel­leicht besser ste­cken lassen sollen.