Hans Stiller, Sie sind der Namens­geber der Band Sport­freunde Stiller“, waren früher Fuß­ball­trainer der Musiker. Ver­raten Sie uns: Sind die Sport­freunde“ bes­sere Musiker oder Fuß­baller?
Hans Stiller: Zumin­dest erfolg­rei­chere Musiker. Aber Talent hatten sie schon alle auf ihre Art. Der Beste war Ex-Gitar­rist Andi Ehr­hard. Der hätte höher­klassig spielen können.

Und die anderen?
Hans Stiller: Schlag­zeuger Flo­rian Weber haben wir aus der fuß­bal­le­ri­schen Ver­sen­kung geholt. Der war mehr so der Bre­chertyp und eine feste Größe. Sänger Peter Brugger war ein begna­deter Tech­niker, aber etwas schwach auf der Brust und fris­tete des­halb ein Reser­vis­ten­da­sein.

Macht Sie das eigent­lich stolz, Namens­pa­tron dieser inzwi­schen äußerst pro­mi­nenten Band zu sein?
Hans Stiller: Natür­lich, vor allem wenn man die ganze Ent­wick­lung sieht. Auch die Fans der Sport­freunde“ sind unglaub­lich, die spre­chen mich teil­weise an und wissen, dass ich der Jugend bei Bayern Mün­chen und mit Jogi Löw in der Jugend­na­tio­nal­mann­schaft gespielt habe. Das genieße ich natür­lich.

Zum Profi hat es bei Ihnen nicht gereicht?
Hans Stiller Leider nicht, kurz vor meinem Debüt habe ich mich schwer ver­letzt. Das war es dann.

Wie war das damals? Haben die Sport­freunde“ Sie eigent­lich gefragt, ob sie sich nach Ihnen benennen dürfen?
Hans Stiller: Ja, sie haben mich gefragt. Es gab wohl auch andere Vor­schläge, aber bei mir waren sie der Mei­nung, das ich ver­rückt genug wäre, dies mit­zu­ma­chen und damit auch der pas­sende Namens­geber bin. Tja, sie hatten recht. Ich hab mir ja in dem Moment keine wirk­li­chen Gedanken gemacht und sagte ganz ein­fach: Ja, ja, passt scho’!“

Haben Sie mit solch einer Ent­wick­lung der Band gerechnet?
Hans Stiller: (lacht) Um ehr­lich zu sein: nein. Die Jungs wohl selber auch nicht! Es ist wirk­lich ver­rückt, dass sie inzwi­schen so bekannt sind.

Ist das über­haupt Ihre Musik?
Hans Stiller: Also der Anfangs­stil war nicht zu 100 Pro­zent mein Geschmack, das war mir etwas zu laut. Aber inzwi­schen schon und seitdem die Jungs ver­liebt sind, spielen sie ja auch etwas ruhi­gere Musik.


Sind Sie denn regel­mä­ßiger Kon­zert­be­su­cher? 
Hans Stiller: Auf jeden Fall. Wenn die Drei in der Nähe spielen, in Mün­chen oder in Öster­reich, dann fahren wir mit der Familie hin. Meine neun­jäh­rige Tochter ist schon richtig text­si­cher. Wir scheuen uns auch nicht, im Sport­freunde Stiller“ T‑Shirt rum­zu­laufen.

Sie sind also rich­tige Fans.
Hans Stiller: Ich habe die Anfänge mit­ge­macht, mit Kon­zerten vor 50 Leuten, war aber auch in der aus­ver­kauften Olym­pia­halle in Mün­chen dabei. Ja, man kann schon sagen, dass ich ein Fan der ersten Stunde bin.

Sieht man sich dann auch dort?
Hans Stiller: Nach den Kon­zerten sieht man sich, auch wenn es weniger wird. Das ist völlig normal, weil die Jungs da auf den After-Show-Partys so viel um die Ohren haben. Ver­gan­genes Jahr haben wir uns vor einem Kon­zert getroffen und waren beim Sound­check dabei. Es ist wirk­lich super, dass die Jungs trotz des Erfolges boden­ständig geblieben sind und noch mit alten Freunden und Bekannten Kon­takt haben.

Sie haben die Musiker damals in der Bezirks­liga beim SV Ger­me­ring trai­niert. Sind Sie selbst noch im Fuß­ball aktiv?
Hans Stiller Ein biss­chen spiele ich noch, aber nur im Senio­ren­be­reich. Trainer bin ich nicht mehr, da war der Genera­tio­nen­kon­flikt zu groß. Die jungen Leute wollen ja nur noch Fun und sind nicht so zäh.

Die Sport­freunde“ waren dis­zi­pli­nierter?
Hans Stiller: Ja, sie haben ihr Hobby sehr ernst genommen. Sowohl den Fuß­ball als auch die Musik. Die Jungs sind bei mir durch eine harte Schule gegangen. Wahr­schein­lich haben sie sich des­halb nach mir benannt.