Peter Neururer ist ein Phä­nomen. Kein Ich-bleibe-dir-durch-meine-Zau­ber­fer­tig­keiten-als-Trainer-im-Gedächtnis-Phä­nomen. Nein, eher ein Na-kennst-du-mich-noch-Phä­nomen. Denn im deut­schen Fuß­ball­ge­schäft scheint es schier unmög­lich den Namen Peter Neururer zu ver­gessen.

Wo andere irgend­wann einen Schluss­punkt setzen und sich in Frank-Pagels­dorf-Manier schlei­chend in die stumme Nicht­be­ach­tung ver­ziehen, da tritt er immer wieder neu in die Öffent­lich­keit: Peter, der Große. Der Nim­mer­satt der Sei­ten­li­nien, das Steh­auf­männ­chen des Ruhr­ge­biets.

Er mag die Bühne der Medien. Arminia Bie­le­feld soll im Moment an ihm inter­es­siert sein. Zumin­dest behauptet er das. Bei Sport1“ sagte er: Ich bekomme stünd­lich Anrufe aus dem Umfeld von Arminia, ob ich Inter­esse hätte, den Klub zu trai­nieren. Klar hätte ich Inter­esse.“ Der Clinch mit Bie­le­felds Manager Samir Arabi stünde einem Enga­ge­ment aller­dings im Weg. So oder so: Neururer hat erreicht, was er will. Erneut hat er sich selber zum Gesprächs­thema gemacht.

Und dann kam der VfL Bochum

Rot-Weiss Essen, dann Aachen, Schalke, Hertha, Saar­brü­cken, Han­nover, Köln, Düs­sel­dorf, Offen­bach, Ahlen, Bochum, zum zweiten Mal Han­nover, Duis­burg und noch einmal Bochum: Seit Mitte der 80er fuß­ball­leh­rert sich Neururer von Trai­ner­bank zu Trai­ner­bank, immer auf der Suche nach der nächsten Anstel­lung.

Die waren oft kurz­fristig, er erwarb sich den Ruf des Feu­er­wehr­manns“. Einer, der schnell geholt werden kann, um die Mann­schaft doch noch vor dem Abstieg zu bewahren. Dan­kend nahm er dieses Image an, machte sich selbst zu einer Art Marke. Der Typ, der immer da ist, wenn es irgendwo brennt, immer bereit zu löschen. Die Taktik funk­tio­nierte.

Dort, wo ein Trainer einer mit­tel­mä­ßigen Mann­schaft ent­lassen wurde, da schrie es von irgendwo her, mal leise, mal laut, nach Peter Neururer. Er über­nahm, nie länger als zwei Jahre, oft nur wenige Monate. Bis der VfL Bochum kam. Ganze vier Jahre blieb Neururer an der Cas­troper Straße, führte den VfL 2004 sogar bis in den Euro­pa­pokal. 

Schon wieder Arbeits­lo­sig­keit

Es folgte: Das zweite Mal Han­nover. Dann zwei Jahre Arbeits­lo­sig­keit. In einem Inter­view mit dem Spiegel“ sagte Neururer 2013 zu seiner Job­suche: Ich? Mich bewerben? Ich muss gefunden werden.“ Doch so richtig finden wollte ihn schon damals keiner mehr.

Die Ange­bote wurden nicht gerade lukra­tiver. Kai­sers­lau­tern gab er einen Korb, beim Iran war er nach eigener Aus­kunft als Natio­nal­trainer im Gespräch. Auch daraus wurde nichts. Er ging 2008 für knapp ein Jahr zum MSV Duis­burg. Danach: Wieder Arbeits­lo­sig­keit. Drei­ein­halb Jahre.