Peter Bosz und Bayer Leverkusen

Wo Bayer noch auf der Suche ist

Den ungefährdeten 5:1-Sieg in Berlin beschrieb sein Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger als »ein Spiegelbild unserer Rückrunde: dominant, furios, nur effizienter als sonst - echt schön.« In den besten Momenten in Berlin hatte das Leverkusener Spiel einen Hauch von Ajax Amsterdam, voll jugendlicher Frische und kombinatorischer Leichtigkeit.

»Die haben das wirklich traumhaft gemacht«, schwärmte Bosz später über seine Mannschaft und meinte damit nicht nur den Auftritt in Berlin. Nach drei teilweise unglücklicher Niederlagen hintereinander gegen Bremen, Hoffenheim und Leipzig, setzte Bayer zur großen Schlussoffensive an. Nach 16 Punkten aus den letzten sechs Spielen landete die Mannschaft daher punktgenau zum ersten Mal seit dem ersten Spieltag wieder auf einem Platz in der Champions League. 

Bayer ist noch auf der Suche

Vor allem in diesen Wochen sah es so aus, als ob diese Mannschaft zu Großem fähig sein könnte. In ihr steckt unheimlich viel fußballerisches Klasse, die Alterszusammensetzung ist fast perfekt. Mit Kerem Demirbay kommt aus Hoffenheim einer der besten Spieler dieser Saison. Bayer ist noch auf der Suche nach einer Alternative zu Lucas Alario, denn der argentinische Mittelstürmer spielt trotz Hattrick in Berlin unter dem Niveau seiner Mitspieler. 

Aber die große Frage in den nächsten Wochen wird sein, ob Julian Brandt trotz der Qualifikation zur Champions League zu Borussia Dortmund wechselt. Und ob noch jemand bereit ist, Bayer ein unanständiges Angebot für Kai Havertz zu unterbreiten. »Ich hoffe, dass sie bei uns bleiben, und ich glaube das auch«, sagte Bosz. Schließlich haben sie selbst dazu beigetragen, dass es nicht viele deutsche Mannschaften gibt, bei denen zu spielen es gerade so viel Spaß macht wie in Leverkusen.