Seite 2: Warum musste Meggle gehen?

Zwei Jahre später hofft der Verein auf die­selbe Reak­tion. Lienen hat bewiesen, dass er beide Enden der Tabelle kennt und kann. Warum also nicht weiter auf ihn setzen? Nicht nur Mann­schaft und Fans stehen hinter ihm stehen, auch der Prä­si­dent. Oke Gött­lich zwei­felte nicht an Lie­nens Ein­fluss, son­dern stärkte ihm mit Meg­gles Ent­las­sung den Rücken. Zudem erhielt der erfah­rene Coach mit Janßen Unter­stüt­zung und neuen Input für die nun schwer zu stem­mende Rest­saison. 

Meggle hin­gegen musste gehen, weil sich Dif­fe­renzen bei der stra­te­gi­schen Aus­rich­tung im sport­li­chen Bereich“ ergeben haben. In Per­so­nal­ent­schei­dungen schwimmt Pauli also gegen den Strom. Die offi­zi­elle Begrün­dung könnte dafür nicht typi­scher und nichts­sa­gender sein. 

Warum musste Meggle gehen?

Meggle muss sich den Vor­wurf gefallen lassen, im Sommer bei der Kader­pla­nung nicht immer die rich­tige Ent­schei­dung getroffen zu haben. Die Krea­ti­vität von Marc Rzat­kowski, der für 2,5 Mil­lionen Euro nach Salz­burg wech­selte, fehlt an allen Ecken und Enden. Mit Lennart Thy, Ante Budimir, Sebas­tian Maier und Enis Alushi musste spe­ziell offensiv ein Ader­lass ver­kraftet werden, der noch nicht gleich­wertig auf­ge­fangen wurde. Im Winter werden wir uns umschauen und reagieren“, kün­digte Gött­lich an. 

Außerdem wird Meggle ein ange­spanntes Ver­hältnis mit Lienen nach­ge­sagt, seitdem dieser dessen Trai­neramt im Dezember 2014 über­nommen hat. Damals sagte Lienen, dass er seinen Sport­di­rektor nicht als Vor­ge­setzten sieht. Meggle hielt sich mit seinem Unmut dar­über im Sinne des Ver­eins zurück.

Das können wir uns nicht leisten

Schließ­lich kehrte mit Lienen auch der Erfolg zurück ans Mil­l­erntor. Trotzdem rumorte es seitdem. Dass Gött­lich sagte, dass in den ver­gan­genen Wochen bereits sehr viel in unter­schied­li­chen per­so­nellen Kon­stel­la­tionen“ geredet wurde, passt ins Bild. Schon vor den beiden Pleiten gegen die grauen Mäuse aus Aue und Sand­hausen stand eine Per­so­nal­ro­chade zur Debatte. 

Bei der Partie gegen Nürn­berg war Meggle dann schon gar nicht mehr im Sta­dion. Jeder Kleins­t­riss führt in einer sol­chen Situa­tion zu einem großen, aus­ufernden Fluss. Das können wir uns nicht leisten“, sagte Gött­lich. Der Verein war gezwungen zu han­deln.