Seite 3: „Das System hat versagt“

Es muss den Ver­ant­wort­li­chen klar sein, dass mit der Tren­nung von Meggle kein ein­ziger Punkt mehr auf das Tabel­len­konto des Kiez­clubs gekommen ist“, hielt das Ham­burger Abend­blatt dagegen. Und trifft damit den Nagel auf dem Kopf. 

Denn für das Ver­let­zungs­pech, strit­tige Schieds­rich­ter­ent­schei­dungen und die all­ge­meine Ver­un­si­che­rung, die durch eine Abwärts­spi­rale ent­steht, war Meggle nicht ver­ant­wort­lich. Genau wie Sahin nicht dafür ver­ant­wort­lich war, dass auf­grund seines Fehl­schusses der Sport­di­rektor ent­lassen wurde. Das ganze System St. Pauli hat ver­sagt“, sagte Gött­lich. Die Tabel­len­si­tua­tion an einer Bege­ben­heit fest­zu­ma­chen, ist unmög­lich. 

Höchst­strafe im Abstiegs­kampf

Das erkannte auch Lienen. Als das Tabel­len­schluss­licht 0:3 in Sand­hausen baden ging, platzte Lienen der Kragen. Er packte seine Mann­schaft bei der Ehre und schimpfte sie in die Pflicht: Ich kann erwarten, dass wir alles in ein Spiel hin­ein­legen und ums Über­leben kämpfen, bis der Arzt kommt. Und das ist nicht der Fall gewesen.“ 

Mit jedem Atemzug wurden die Falten dabei tiefer, der Tisch vor ihm musste leiden. Lienen sprach seinen Mannen Ein­stel­lung und Bereit­schaft ab. Immerhin reagierte das Team mit dem cou­ra­gierten Auf­tritt gegen Nürn­berg. 

Rettig macht kurz­fristig Sinn

Paradox, dass Meggle trotzdem aus­ge­rechnet jetzt gehen musste. Schließ­lich konnte er die Leis­tungen auf dem Platz am wenigs­tens von allen Betei­ligten direkt beein­flussen. Immerhin stand mit Andreas Rettig ein erprobter Manager in der zweiten Reihe, der in Köln, Augs­burg und bei der DFL bewiesen hat, dass er das ope­ra­tive Geschäft beherrscht. Als kurz­fris­tige Lösung macht diese Beset­zung Sinn. Wir denken jetzt an diese Saison. Und nicht an die nächste„, betonte Gött­lich. 

Trotzdem wird sich erst mit den nächsten Ergeb­nissen her­aus­stellen, ob Meggle ein Bau­ern­opfer ist, oder sich die neue Struk­tu­rie­rung auch auf dem Platz bezahlt macht. Denn manchmal ent­scheidet eben eine ver­ge­bene Tor­chance über das Schicksal eines ganzen Ver­eins.