Wenn der Rum­me­nigge sich zwi­schen den Fans und der Kohle ent­scheiden muss, kommt das Geld von der Super League dann per Scheck oder ein­fach Über­wei­sung?
Nein, nein, Rum­me­nigge hat sich gegen die Super League aus­ge­spro­chen. Und ja, wir konnten es auch nicht fassen, denn dass der FCB sich gegen die 233 Mil­lionen Euro Antritts­prämie plus wei­tere 100 Mil­lionen Euro jähr­lich ent­scheidet, war ein Wunder, nicht weniger. Und das meinen wir ernst. Im Moment, in dem die Bayern die Pres­se­mit­tei­lung mit ihrer Absage ver­schickten, fing der Willi-Lemke-Star­schnitt in der Redak­ti­ons­küche an, Blut zu weinen. Der Himmel brach auf und es reg­nete Taxofit-Koffer und Alex­andar-Ristic-Bon­bons. Das Bier, das wir unter dem Schreib­tisch ver­ste­cken, ver­wan­delte sich in Ractiv. Der fuß­lahme Kol­lege Din­kelaker konnte plötz­lich wieder gehen. Die Blinden im VAR-Keller konnten wieder sehen. Meh­rere Kol­legen hatten auf dem Redak­ti­ons­flur eine Mar­ko­ma­ri­en­er­schei­nung. Unsere Nasen­pflaster hoben sich von unseren Nasen ab und flogen wie kleine Fuß­ball­tra­di­ti­ons­schmet­ter­linge in die warmen Son­nen­strahlen unter einem gütigen Himmel, Hosi­anna, Hal­le­luja, der Fuß­ball­gott sei mit euch.

Es ging ja alles so schnell, aber wie hätte die Super League denn aus­ge­sehen?
Wir haben den Modus auch nicht so ganz ver­standen, es ging ja wirk­lich sehr schnell. Aber von dem, was wir so raus­hören konnten, hätten die zwölf reichsten Klubs jeweils einmal pro Woche ihren Besitzer samt Body­guards zu einem zufällig aus­ge­suchten, arg­losen Tra­di­ti­ons­ver­eins-Fan nach Hause geschickt, um sich 90 Minuten lang über dessen lach­haften Witz­klub lustig zu machen. Laut Regel­werk wäre erlaubt gewesen: Gna­denlos darauf her­um­reiten, dass der Fan noch nie einen rich­tigen Titel gewonnen hat und das auch nie tun wird und der schä­bige Telekom-Cup von 2008 nicht zählt. Zugriff auf den letzten Fuß­ball­ma­nager-Spiel­stand, um den Fan damit auf­zu­ziehen, dass er wirk­lich 200 Sai­sons lang Arminia Bie­le­feld in der Cham­pions League zu Ruhm und Ehre geführt hat. Fami­li­en­fotos durch­su­chen, um ehr­ab­schnei­dene Kind­heits­fotos in selbst gemalten Ein­tracht-Tri­kots zu finden, die eigent­lich nur ein weißes T‑Shirt sind. Wer es als erstes schafft, dass der Fan bedröp­pelt zu Boden guckt und traurig die Unter­lippe nach vorne zieht, hat gewonnen.

Die Bayern ver­graulen Flick, behalten aber Brazzo? Ist heute Gegen­teiltag?
Nein, der war am Montag, als sich Fifa, Uefa und PSG als Retter des Fuß­balls geriert haben. Was die Bayern angeht: Flick raus­zu­ekeln, obwohl er sechs Titel in nur einem Jahr geholt hat und damit wahr­schein­lich der beste Trainer der Bayern ist, macht trotzdem Sinn. Denn wie hätte Uli Hoeneß sonst seinen Sport­di­rek­tors­prak­ti­kan­ten­stroh­mann und dar­über seinen Ein­fluss im Verein halten können? Mh? MH? Also.

Waldhof Mann­heim erfüllt einem schwer­kranken Fan den letzten Wunsch und lädt ihn ins Sta­dion ein, und der DFB pampt rum? Hä?
Genau, ja. Ein klas­si­scher Hand­stand­sprung mit eige­drehter Schraube, flie­ßender Über­gang in einen 1 ½ Del­phin­salto gehockt, anschlie­ßend halbe Dre­hung gestreckt, halbe Sal­to­dre­hungen, tolle Kör­per­span­nung, jaa, hinein in die 2 ½ fache Schraube, aus­stre­cken und jaaa, ker­zen­ge­rade hinein ins Fett­näpf­chen, toll, DFB, Applaus bitte, Applaus.

Aber mal im Ernst: Gibt es denn eigent­lich einen Unter­schied zwi­schen der Super League und der stetig zugunsten der Super­rei­chen refor­mierten Cham­pions League?
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