1.
Fast wäre die Kar­riere des Fuß­baller beendet gewesen, bevor sein Leben über­haupt begonnen hätte: Am 29. Januar 1966 kam Romario in einer Favela Rio de Janeiros zur Welt, bei seiner Geburt wog er ledig­lich 1,8 Kilo­gramm und litt unter Atemnot. Mit Glück über­lebt der Winz­ling die ersten Tage.

2.
Wie und wo hat Romario seine Ange­be­tete Monica 1990 zur Frau genommen? Selbst­ver­ständ­lich im Straf­raum eines Fuß­ball-Platzes. Des Pries­ters Helfer hatten dafür extra einen Altar auf den Rasen schleppen müssen.

3.
In den frühen neun­ziger Jahren unvor­stellbar: Dass es aus­ge­rechnet Romario mal auf die poli­ti­sche Bühne treiben würde. Denn ein Diplomat war der Bra­si­lianer eigent­lich nie. Seinen Trainer Guus Hiddink beim PSV Eind­hoven bezeich­nete er als Dumm­kopf“, die medi­zi­ni­sche Abtei­lung als absolut unfähig“, seine Mit­spieler als Arbeits­pferde“ und Bra­si­liens Fuß­ball-Hei­ligen Pelé als geistig zurück­ge­blieben“. Pelés Reak­tion war dann aller­dings ein Lehr­bei­spiel in Sachen ange­wandter Diplo­matie: Ich bin ein wirk­li­cher Fan von ihm!“

4.
Schon 1985, bei der Junioren-WM in der Sowjet­union, hatte der damals 19-jäh­rige Romario für einen Skandal gesorgt, als er aus seinem Hotel­zimmer heraus voller Inbrunst Pas­santen ange­spuckt hatte. Folge: Die bra­si­lia­ni­schen Offi­zi­ellen schickten den Stürmer nach Hause. Bra­si­lien holte auch ohne Romario den Titel.

5.
Im Mai 1994 ent­führte eine kri­mi­nelle Bande den Vater von Romario und for­derte sieben Mil­lionen Dollar Löse­geld. Romario reagierte prompt in einem offenen Brief an die Ent­führer und drohte damit, nicht für sein Hei­mat­land bei der anste­henden WM auf­zu­laufen, falls sein alter Herr nicht bald wieder auf freiem Fuß sein sollte. Das zeigte Wir­kung, mehr als 1000 Poli­zisten mel­deten sich frei­willig zur Suche, selbst Dro­gen­ba­rone schickten ihre Schergen los. Kurz darauf wurde Romario Senior frei­ge­lassen.

6.
Herr­liche Aus­rede des trai­nings­faulen Romario, warum er immer wieder Übungs­ein­heiten seines Klubs und der Natio­nal­mann­schaft schwänzen würde: Das ist für mich nur Kalo­ri­en­ver­schwen­dung.“ Ihr Faul­pelze der Gegen­wart: Schneidet euch eine Scheibe ab. Aber nicht zu viel. Wäre sonst, richtig, Kalo­ri­en­ver­schwen­dung.

7.
Kurz vor der WM 1994 über­schlugen sich die deut­schen Experten mit ihren Lobes­hymnen auf Romario. Franz Becken­bauer ver­glich Romario mit Gerd Müller und Karl-Heinz Rum­me­nigge sah in dem klein gewach­senen Angreifer eine Mischung aus Gerd Müller, Johan Cruyff und George Best“.

8.
Im Vor­feld der Welt­meis­ter­schaft in den USA zahlte eine bra­si­lia­ni­sche Brauerei viel Geld, um die Stars Rai, Bebeto, Zinho und Romario für einen Wer­be­spot abzu­lichten. Zum ver­ab­re­deten Zeit­punkt tauchten alle Spieler auf – bis auf Romario. Der hatte die Nacht durch­ge­soffen und war noch nicht auf­nah­me­fähig. Der Dreh musste um einen Tag ver­schoben werden.

9.
Immerhin: Romario war sich wäh­rend des Tur­niers nicht zu schade, jedes seiner Tore auf ein- und die­selbe Art zu feiern – mit einem erho­benen Zei­ge­finger, der einen durs­tigen Kunden an den Theke imi­tieren sollte. Besagte Brauerei hatte ihm eine ordent­liche Stange Geld für die die vor­ge­fer­tigte Freude über­wiesen.

10.
In einem Inter­view mit dem Kicker“ ver­fasste Romario einst ein ein­leuch­tendes Job­profil: Ich bin Mit­tel­stürmer. Das Ein­zige, was ich zu tun habe, ist Tore schießen. Nicht mehr und nicht weniger. Etwas Ein­fa­cheres gibt es nicht.“