Hurra, Schere, Stein, Papier wird neu­er­dings nicht mehr nur auf Schul­höfen gespielt, son­dern auch end­lich wieder auf den Spiel­fel­dern der Bun­des­liga. Der Dank dafür gebührt den Mann­schaften von Glad­bach gegen Bayern. Doch Ach­tung, hier treffen zwei Schnick-Schnack-Schnuck-Welten auf­ein­ander. Denn was bei den Jungs vom Nie­der­rhein noch als Zei­chen ihrer Fri­sche und Ver­spielt­heit galt, wird den Bayern gleich als Arro­ganz und Hochmut aus­ge­legt. Da kann man schon einmal durch­ein­ander kommen. 

Des­wegen treffen sich beide Mann­schaften heute Abend im DFB-Pokal-Halb­fi­nale zur inof­fi­zi­ellen Schnick-Schnack-Schnuck-Meis­ter­schaft am Nie­der­rhein. Wir haben vorab die wich­tigsten Duelle ana­ly­siert und wissen, wer am Ende die Nase vorn hat: 

Ter Stegen gegen Neuer
Auf der Tor­wart­po­si­tion sind die Ver­hält­nisse klar ver­teilt. Wäh­rend Nach­wuchs­mann Ter Stegen im Duell Faust gegen Faust die Nerven flat­tern, bleibt Manuel Neuer kühl wie ein Laster voller Schwei­ne­hälften. Zur Eröff­nung wählt Neuer natür­lich Papier, schließ­lich hat der Ex-Schalker damit aus­rei­chend Erfah­rung. Sei es ein mil­lio­nen­schwerer Ver­trag oder Koan Neuer“-Plakate, das alles fand Aus­druck auf jenem flä­chiger Werk­stoff, der im Wesent­li­chen aus Fasern meist pflanz­li­cher Her­kunft besteht. Ter Stegen will den Angriff mit einer Faust abwehren, ver­traut also auf den guten, alten Stein. Früh steht es 1:0 für den FC Bayern.

Dante gegen Bad­stuber
Para­dies­vogel gegen Mus­ter­schüler, das Duell auf der Posi­tion des Innen­ver­tei­di­gers ist auch ein Clash der Kul­turen. Dante hat in dieser Saison extrem viel dazu gelernt und ver­hält sich Dank Favres Schule zual­ler­erst defensiv. Bad­stuber hin­gegen ist bekannt für seine ele­gante Spiel­eröff­nung. Er sucht den Weg in die Schnitt­stellen des Mit­tel­feld und wählt die Schere. Dante ver­spe­ku­liert sich aller­dings und ver­sucht mit einer has­tigen Wahl das Übel abzu­wenden: Papier. Pech gehabt: 2:0 für Bayern.

Jantschke gegen Lahm
Die Capi­tanos unter sich: Sowohl Jantschke (U21) als auch Lahm führen ihre Natio­nal­mann­schaften in der Regel als Kapi­täne auf das Feld. Das zeugt von Füh­rungs­qua­li­täten, die beide auch im Schnick-Schnack-Schnuck-Duell nicht missen lassen. In einem uner­bitt­li­chen, aber stets fairen Duell gehen beide über ins­ge­samt fünf Runden. Erst als Lahm schließ­lich die Seite wech­selt und in Runde sechs mit rechts spielt, wird Jantschke nervös. Er wählt den Stein und ver­liert gegen das Papier, dass Lahm schnell noch aus seinem Best­seller Der feine Unter­schied“ her­aus­ge­rissen hat. 3:0 für die Bayern.

Nord­veidt gegen Kroos
Auf­grund der beru­hi­genden Füh­rung seiner Mann­schaft schleicht sich bei Toni Kroos der Schlen­drian ein. Das schlam­pige Genie ver­sucht es mit ein paar müden Täu­schungen, der Nor­weger Nord­veidt reagiert aller­dings unter­kühlt. Durch geschicktes Ver­zö­gern ent­lockt er dem spiel­freu­digen Kroos dann tat­säch­lich einen früh­zei­tigen Stein. Nord­veidt kon­tert lässig mit Papier. Das 3:1. Der Anschluss ist geschafft.

Reus gegen Ribery
Mit Span­nung wird das Duell der Super-Tech­niker erwartet. Im höchsten Tempo hauen sich die beiden Dosen­öffner die Hände um die Ohren. Das ist Schere, Stein, Papier auf Welt­klas­se­ni­veau. Doch Ribery über­treibt mal wieder. Der ver­rückte Fran­zose wählt den Brunnen. Schieds­richter Kin­höfer ahndet den unver­zeih­li­chen Regel­ver­stoß gna­denlos. 3:2.

Robben

Arjen Robben ver­lässt nach 76 Minuten mot­zend das Spiel­feld, nachdem der Egoist mal wieder alleine Schnick, Schnack, Schnuck gespielt hat und sich dabei rei­hen­weise selbst über­rum­pelt hat. Ein Total­aus­fall.

Hanke gegen Gomez
Hanke schwimmt der­zeit auf einer Welle das Erfolgs, findet jedoch im Mons­ter­stürmer Mario Gomez vor­erst seinen Meister. Die Lebens­ver­si­che­rung des FC Bayern wartet geduldig auf einen Fehler des west­fä­li­schen Stur­kopfes aus Hamm. Und er wartet lang, denn Hanke ver­lässt sich auf das, was er kann. Was folgt ist ein zähes Ringen in der Box. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein: Hanke. Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein: Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein. Gomez: Stein: Hanke: Stein. Gomez: Stein. Hanke: Stein: Gomez: Stein. Erst in der Nach­spiel­zeit dann die Ent­schei­dung: Gomez: Stein. Geis­tes­blitz Hanke: Papier. 3:3! Das Spiel ist wieder offen.

Favre gegen Heynckes
Es kommt zum ent­schei­denden Duell zwi­schen den beiden Trai­ner­füchsen. Wäh­rend im Hin­ter­grund Uli Hoeneß ver­sucht, den akri­bi­schen Schweizer mit einem unmo­ra­li­schen Ver­trags­an­gebot in Rich­tung Papier zu lenken, bleibt der Tak­tik­könig gelassen und wählt Schere. Doch was macht Heynckes? Er winkt Hans-Jörg Butt heran und will tat­säch­lich kurz vor Schluss noch den Tor­wart wech­seln. Dann besinnt er sich wieder auf das Wesent­liche und wählt eben­falls Schere. Im Borussia-Park halten 46.000 Men­schen den Atem an. Schließ­lich ertönt ein Pfiff, Schiri Kin­höfer beendet nach 120 Minuten die Partie. Es kommt zum Golden-Schnuck. Ver­schärfte Regeln. Nach jeder Runde wird ein Ele­ment ele­mi­niert. Heynckes wählt erneut die Schere, Favre auch. Mehr Span­nung geht nicht. Beide wählen Stein. Der Wahn­sinn. Was bleibt ist Papier. Im Sta­dion wird die Beleuch­tung abe­gdun­kelt. Max Eberl holt die Mund­har­mo­nika raus. Ein Showdwon der Son­der­klasse. Heynckes wählt Papier. Plötz­lich zückt Favre einen Stift aus dem Sakko und unter­schreibt auf Heynckes Hand. Was die wenigsten wissen: Es ist ein Blan­ko­ver­trag beim FC Bayern. Heynckes ver­lässt ent­täuscht das Sta­dion. Glad­bach siegt und reist nach Berlin. Eine wahr­lich epi­sche Schlacht.