Seite 4: „Ich habe immer gesagt - Berlin ist die perfekte Stadt für mich“

Sie haben wäh­rend Ihrer Kar­riere ein Fern­stu­dium abge­schlossen, sind sozial enga­giert und sitzen bei Union im Stif­tungs­grat. Reicht Ihnen der Fuß­ball nicht aus?
Ich hatte früher immer den Berufs­wunsch, einmal Stadt­planer zu werden und habe damals in Köln Geo­grafie stu­diert. Das hat super funk­tio­niert, die Uni war nur zehn Minuten von meinem Zuhause ent­fernt und ich konnte mir die Vor­le­sungen fle­xibel ein­richten.

Da war ein Umzug nach Berlin nicht beson­ders stu­di­en­för­dernd.
Ich wollte das Stu­dium in Berlin nicht auf­geben und habe mich an der TU ein­ge­schrieben. Leider war es hier deut­lich schwie­riger und die Ent­fer­nungen wurden ein­fach zu groß. Nach zwei Semes­tern musste ich dann leider abbre­chen.

Wann haben Sie sich ent­schieden, doch nochmal ein Stu­dium anzu­fangen?
Mein Ziel war immer, die Zeit sinn­voll zu nutzen. Meiner Mei­nung nach hat man grund­sätz­lich als Fuß­ball-Profi die Zeit, etwas nebenbei zu machen. Gerade, wenn man alleine ist und keine Familie hat. Ein Kumpel hat mir ein Fern­stu­dium emp­fohlen. BWL mit dem Schwer­punkt Sport, wobei nicht wirk­lich viel Sport drin war. Ich wollte mir dadurch eine Grund­lage für die Zeit nach dem Fuß­ball schaffen.

Ist der Traum vom Stadt­planer kein Thema mehr? Als Fuß­ball-Profi kommt man doch viel herum und sieht viele Städte.
Ich bin nach wie vor sehr inter­es­siert an Städten. Auch an Berlin. Ich habe immer gesagt – Berlin ist die per­fekte Stadt für mich. Hier gibt es so viel Wandel, das hat man in keiner anderen Stadt.

Klingt nach der opti­malen Ecke für einen Stadt­planer.
Da muss ich rea­lis­tisch sein. Nach 15 Jahren Fuß­ball kann ich nicht irgendwo hin­kommen und sagen: Ich bin jetzt hier der Stadt­planer, wo fangen wir an? Das passt ein­fach nicht. Von daher hab ich mich ent­schieden, mich anders zu ori­en­tieren. Aber ich bin ja noch jung, da kann man noch genug machen (lacht).

Jung genug, um nochmal einen Schritt in der Kar­riere zu gehen? Viel­leicht ins Aus­land?
Ich habe aus der Ver­gan­gen­heit gelernt, nicht zu lange im Voraus zu planen. Mein Ziel ist es, nach der Kar­riere bei Union eine Rolle zu über­nehmen. Wann und wie das sein wird, weiß ich noch nicht. Ich fühle mich der­zeit fit genug, um noch ein Weil­chen Fuß­ball zu spielen.