Was soll dabei sein? Schließ­lich kann man in Ita­lien an vielen Kiosken Bild­chen und Kalender mit dem faschis­ti­schen Führer Benito Mus­so­lini kaufen. Da ist es keine große Über­ra­schung, wenn Chris­tian Abbiati, der Tor­wart des AC Mai­land, sagt, dass er »die Fähig­keit des Faschismus, den Bür­gern Ord­nung und Sicher­heit zu garan­tieren«, bewun­dere.



So weit, so schlecht. Solche Men­schen gibt es, und die his­to­ri­sche Ver­klä­rung des »Duce« in Ita­lien ist nichts Neues. Der Skandal ist aber, wie der Verein auf Abbiatis Worte aus einem Inter­view vom ver­gan­genen Wochen­ende reagiert. »Kein Thema«, heißt es lapidar beim großen AC Milan. Wer even­tuell mit einer Strafe für Abbiati, der – immerhin, muss wohl man sagen – die Ras­se­ge­setze ver­ur­teilt, gerechnet hat, sollte sich ver­ge­gen­wär­tigen, was Milan-Patron und Minis­ter­prä­si­dent Silvio Ber­lus­coni über Paolo di Canio gesagt hat. Der ehe­ma­lige Stürmer, der im Sta­dion die rechts­ra­di­kalen Fans von Lazio Rom mit erho­benem rechten Arm grüßte, sei ein »guter Kerl«.

»Ich will das nicht kom­men­tieren«, sagte Mal­dini


So weit, so schlechter. »Das ist seine per­sön­liche Mei­nung. Ich will das nicht kom­men­tieren«, sagte nun auch Paolo Mal­dini, der Kapitän der Mai­länder über Abbiati. Er ist, anders als Ber­lus­coni, welt­weit geachtet und gilt wegen seiner Spiel­weise als Vor­bild für Fair­ness und wird regel­mäßig zum schönsten Fuß­baller gewählt. Mal­dini ist in der Posi­tion, im von rechts­ra­di­kaler Gewalt zu großen Teilen zer­störten ita­lie­ni­schen Fuß­ball ein Zei­chen zu setzen.

Statt­dessen wird Mal­dini nur als ewiger Schön­ling in Erin­ne­rung bleiben.