Seite 2: Weshalb Son und Kane so viel Freude bereiten

Da war es wieder das Zau­ber­wort: Arbeit. Wie The Ath­letic bericht­beiden beim Trai­ning viel Zeit dar­auf­damit, über ihr Zusam­men­spiel zu spre­chen, Lauf­wege abzu­stimmen und Abschlüsse zu üben. Mit Erfolg: Heung-min Son ist der­zeit der akku­ra­teste Tor­jäger Europas. Seine Tref­fer­quote liegt 44 Pro­zent über der laut expected Goals erwar­teten. Auf Platz zwei: Harry Kane, natür­lich.

Mit der Ver­bes­se­rung ihrer beruf­li­chen Zusam­men­ar­beit ver­bes­serte sich übri­gens auch ihr pri­vates Ver­hältnis. Das nie ein schlechtes war, aber zu Beginn doch vor allem ein pro­fes­sio­nelles. Mitt­ler­weile sitzen die beiden in der Umklei­de­ka­bine neben­ein­ander. Zu Aus­wärts­spielen in der Europa League bilden sie sogar eine Fahr­ge­mein­schaft zum Flug­hafen.

Wir sind jetzt beide in einem Alter, in dem wir viel­leicht in der Blüte stehen, wenn es darum geht, das Spiel und ein­ander zu ver­stehen“, sagte Harry Kane jüngst. Reife. Ver­ständnis. Arbeit. Bleibt denn da über­haupt noch Platz für Romantik in dieser Bezie­hung?

Aber ja! Wer sich anschaut, wie Harry Kane und Heung-min Son ihre Treffer gemeinsam beju­beln, der kommt nicht umhin, sich mit den beiden mit­zu­freuen. Denn wäh­rend Son mit Mann­schafts­kol­legen wie Dele Alli, Lucas Moura oder Serge Aurier häufig ein­stu­dierte Jubel-Cho­reo­gra­fien voll­führt, ist es bei den erfolg­rei­chen Kopro­duk­tionen mit Harry Kane, die pure Freude, die sich Bahn bricht. Als Son gegen Burnley nach einer Ecke per Kopf zum Siegtor traf etwa, da rutschte er auf den Knien in Rich­tung Außen­linie, sein O‑förmig geöff­neter Mund demons­trierte wilde Ent­schlos­sen­heit. Erst, als er durch die Ankunft des her­an­rau­schenden Harry Kane rea­li­sierte, dass es wieder einmal sein kon­ge­nialer Sturm­partner gewesen war, der ihm den Ball eben­falls per Kopf ser­viert hatte, brei­tete sich ein rie­siges Grinsen auf seinem Gesicht aus.

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So wie die Bezie­hung zwi­schen Harry Kane und Heung-min Son zu Beginn waren auch ihre anfäng­li­chen Tor­jubel: eher ver­halten.

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Hier mal ein Hand­schlag.

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Dort mal ein Abklat­schen.

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Eine Jubel­form, die sich die beiden bis heute bewahrt haben.

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Siehe hier.

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Oder hier.

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Oder hier.

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Oder hier in klas­si­scher High-Five-Manier.

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Doch mit der Zeit wurde die Bezie­hung zwi­schen den beiden Stür­mern inniger.

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Und damit auch die Tor­jubel.

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Immer häu­figer fielen sich die beiden in die Arme.

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Oder besser: Immer häu­figer sprang Heung-min Son in Harry Kanes Arme.

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Manchmal sogar auch auf seinen Kopf.

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Also ernst­haft: Die Sprung­kraft, die der Süd­ko­reaner an den Tag legt, ist ziem­lich beein­dru­ckend.

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Mitt­ler­weile gibt es sogar richtig innige Umar­mungen.

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Herz­al­ler­liebst!

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Komm

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in

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meine

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Arme!

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Bruder, hast du das gesehen?“

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Heung-min Son und Harry Kane.

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Harry Kane und Heung-min Son – True Bromance.

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Und dann ist da noch eine wei­tere Sehn­sucht, die die beiden bedienen: Durch ihr erfolg­rei­ches Zusam­men­spiel wecken sie unwei­ger­lich Erin­ne­rungen an die großen Sturm­duos des Fuß­balls. An Gerd Müller und Uli Hoeneß. An Romario und Bebeto. An Ebbe Sand und Emile Mpenza. An Edin Dzeko und Gra­fite. Sie erin­nern auf bezau­bernde Art und Weise daran, dass es bei all den Zweck­ge­mein­schaften aus Ein­zel­spie­lern, die der moderne Fuß­ball so mit sich bringt, immer noch magi­sche Part­ner­schaften gibt, in denen der eine den anderen besser macht. In denen aus zwei unter­schied­li­chen Teilen ein groß­ar­tiges Ganzes wird. Und das groß­ar­tigste an diesen Part­ner­schaften ist, dass sie nicht nur die beiden Betei­ligten glück­lich machen, son­dern dar­über hinaus die Herzen von tau­senden, viel­leicht sogar von Mil­lionen Fans erfreuen.

Und das ist, bei aller Arbeit, die dahinter steckt, dann doch etwas zutiefst Roman­ti­sches.

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