1.
Als sich »Premiere«-Moderator Jan Henkel bei seinem Experten Lothar Mat­thäus nach dessen Fort­schritten im Trainer-Lehr­gang erkun­digte, legte dieser in einer Weise Rechen­schaft ab, als säße er auf dem Schoß des Niko­laus, in der Hoff­nung, ein Mar­zi­pan­brot abstauben zu können.



2.
Doch nicht einmal dem Niko­laus, bekann­ter­maßen ein Ahnungs­loser in Sachen Fuß­ball, würde es in den Sinn kommen, jene Frage zu stellen, die Henkel an Mat­thäus rich­tete: »Wie erklären Sie sich Ottmar Hitz­felds Ehr­geiz? Will er unbe­dingt das Triple?« Mat­thäus jedoch war nicht in der Lage, die Sinn­ent­leert­heit dieser Frage zu ent­larven, zu groß war sein Respekt vor dem Niko­laus. »Ja«, sprach der Rekord­na­tio­nal­spieler, ganz steif vor Freude auf sein Mar­zi­pan­brot, »Hitz­feld will unbe­dingt das Triple.«

3.
Erstaun­lich, wie groß der Ein­fluss des ZDF-His­to­ri­kers Guido Knopp auf den Sport­jour­na­lismus ist. Selbst Kom­men­tator Fritz von Thurn und Taxis sprach beharr­lich von den St. Peters­bur­gern als »den Lenin­gra­dern«.

4.
Auch sonst sah sich von Thurn und Taxis der stark ver­ein­fa­chenden Geschichts- und Völ­ker­kunde Knopps ver­pflichtet. Über die Peters­burger Fans wusste er zu berichten: »Das stehen sie und schle­cken Ihr Eis. Ja, sie freuen sich, denn Eis gibt es hier selten.«

5.

Als ein Zenit-Angriff von Bayern-Keeper Oliver Kahn ver­ei­telt worden war, rief der Kom­men­tator erleich­tert: »Gott sei Dank, Kahn ist da!« Erst in diesem Augen­blick wurde uns klar, welch cle­verer Schachzug es von Ottmar Hitz­feld gewesen war, mit einem Tor­wart spielen zu lassen.

6.
Ein Gast in der 11FREUNDE-Redak­tion zeigte in der Halb­zeit Bilder von einem Besuch im Pariser Louvre. Er hatte dort aus Lan­ge­weile aus­schließ­lich in Stein gemei­ßelte Penisse foto­gra­fiert. »Jaha!«, mel­dete sich dar­aufhin ein anderer Gast zu Wort. »Ein Museum ohne Penisse ist wie Bayern ohne Ribéry!«

7.
Nach Chris­tian Lells Ein­wechs­lung kamen wir zu der Erkenntnis, dass der Bayern-Ver­tei­diger in jungen Jahren schon so spielt wie Jens Jere­mies in seinem Kar­rie­reherbst. Als wir uns aus­zu­malen ver­suchten, wo das noch hin­führen soll, begann sich plötz­lich alles zu drehen. Da kann einem schlecht werden!

8.
Als es schon 3:0 für Zenit stand und die Chancen der Bayern auf ein Wei­ter­kommen gen Null gesunken waren, blieb trotzdem noch vor­stellbar, dass Oliver Kahn allein nach Man­chester reist, um sich dort beiden Fina­listen gleich­zeitig zu stellen. Erstaun­lich leicht ließ sich auch aus­malen, wie Ordner ihn schließ­lich aus sicherer Ent­fer­nung mit einem Betäu­bungs­pfeil außer Gefecht setzen, damit das eigent­liche End­spiel pünkt­lich beginnen kann.

9.
Nach dem 0:4 schwand auch diese Vision. Nur Zenit-Coach Dick Advo­caat stand immer noch an der Linie und scheuchte seine Spieler so uner­bitt­lich wie einst Jutta Müller die bemit­lei­dens­werte Kata­rina Witt.

10.
Es war nicht die ein­zige Remi­nis­zenz an die Sport­größen der 80er Jahre: Zenit-Kapitän Ana­toliy Tymo­schuk ähnelt aus der Ferne der ehe­ma­ligen Welt­klasse-Ten­nis­spie­lerin Mar­tina Nav­ra­ti­lova.



11.

Gegen Ende des Spiels wurde die Atmo­sphäre dies- und jen­seits der Matt­scheibe sur­real gespens­tisch. Auch Thurn und Taxis ent­schwebte in andere Sphären. Als er plötz­lich ermattet sagte: »Was ist denn das?«, war schon nicht mehr klar, ob er sich auf den vor­an­ge­gan­genen Fehl­pass bezog oder auf ein Haar, das er in seinem Lachs-Crois­sant gefunden hatte.