Seite 3: „Frankreich, wir kommen, oida!“

Vor­ges­tern rich­tete es die Mann­schaft. In der Fri­ends Arena, wo man vor ziem­lich genau zwei Jahren so knapp an einem Playoff-Spiel dran war wie schon lange nicht. Noch nie habe ich eine öster­rei­chi­sche Mann­schaft in einem Ent­schei­dungs­spiel so abge­brüht und ent­schlossen auf­treten gesehen. In der 9. Minuten lupfte David Alaba einen Elf­meter wie von Andrea Pirlo höchst­selbst getreten zur 1:0‑Führung in die Tor­mitte.

Marko Arn­au­tovic, der früher oft dafür kri­ti­siert wurde, zu wenig Ein­satz zu zeigen, sprin­tete noch nach der 1:4‑Führung kurz vor Schluss­pfiff einem mög­li­chen Press­ball mit Andreas Isaksson ent­gegen. So stur, wie er es schon in fast allen Qua­li­fi­ka­ti­ons­spielen zuvor getan hatte. Nach dem Spiel pos­tete er dann auf seiner Face­book­seite: Frank­reich, wir kommen, oida!“

Hier kann ein Hype schnell groß werden

Dort wird Öster­reich mit einer Mann­schaft antreten, die besser Fuß­ball spielt als Stefan Mai­er­hofer. Nur drei Spieler standen vor­ges­tern in der Startelf, die nicht bei Marcel Kol­lers Amts­an­tritt schon dabei waren. Die Mann­schaft ist eine ein­ge­schwo­rene Ein­heit. Und das reißt viele der leid­ge­prüften Fans mit. Tau­sende Öster­rei­cher werden nächstes Jahr nach Frank­reich mit­reisen. In einem kleinen Land kann ein Hype schnell groß werden.

Für ges­tern Abend hatte der ORF sein Pro­gramm geän­dert. Zur Prime­time sen­dete der öffent­lich-recht­liche Sender eine Son­der­do­ku­men­ta­tion über die erfolg­reiche Qua­li­fi­ka­tion der Natio­nal­mann­schaft. Zeit­gleich lief auf dem Sender von Red-Bull-Eigen­tümer Diet­rich Mate­schitz eine Natur­do­ku­men­ta­tion. Doch Sen­dungen über Gebirgs­seen, Greif­vögel und Tief­schnee sind zur­zeit jedem öster­rei­chi­schen Fuß­ballfan egal. Wir sind ja wieder wer, oida!