Torsten Garbe, Sie sind seit Mitte November Trainer bei West­falia Rhy­nern und bisher unge­schlagen. Eigent­lich ein Grund zur Freude.
Das hört sich gut an, stimmt aber nicht ganz. Ein Test­spiel haben wir gegen Hal­tern mit 0:1 ver­loren.

Seit ihrer Ankunft sind alle acht Pflicht­spiele aus­ge­fallen. Wie machen Sie das?
An mir liegt das nicht. Die Platz­ver­hält­nisse waren nicht gut, weder zuhause noch aus­wärts. Und für das Wetter können wir nichts.

Was denkt man, wenn zum fünften, sechsten Mal ein Spiel abge­sagt wird?
Wir haben uns jedes Mal auf die Spiele vor­be­reitet, das ist natür­lich ärger­lich. Umso schöner, dass es heute end­lich los­geht.

Wenn das Spiel gegen den SC Wie­den­brück nicht in letzter Minute wieder abge­sagt wird.
Es nie­selt zwar gerade, aber ich hoffe und glaube, dass es statt­findet. Wir waren ges­tern schon auf unserem Platz und haben uns den ange­guckt. Solange es keinen Stark­regen mehr gibt, kann man darauf spielen.

Rhy­nern liegt am Tabel­len­ende, Sie wurden als Retter geholt. Nun hatten Sie länger Zeit, mit der Mann­schaft zu arbeiten, als jeder Trainer in der Sai­son­vor­be­rei­tung. Ist der Trai­ner­ef­fekt schon ver­pufft und der Druck gestiegen?
Das würde ich nicht sagen, wir haben eine ganz nor­male Vor­be­rei­tung absol­viert. Wir ver­su­chen jetzt in den Rhythmus zu kommen, auch wenn es unge­wöhn­lich ist, dass der Trai­ner­wechsel schon Monate zurück­liegt.

Wie beschäf­tigt man die Mann­schaft vier Monate ohne ein Spiel?
Wir haben ver­sucht, uns mit Test­spielen über Wasser zu halten, ver­nünftig zu trai­nieren und ein gutes Klima in der Mann­schaft zu schaffen. Zweimal haben wir zusammen Pizza gegessen — das gehört natür­lich auch dazu.

Und wie sehen die nächsten Wochen aus?
Wir werden fast immer eng­li­sche Woche haben, in zehn, elf Wochen 18 Spiele. Dabei sind noch nicht einmal alle Spiele ange­setzt. Dem­entspre­chend trai­nieren wir weniger und spielen mehr, das freut die Spieler natür­lich. Wenn der Winter zurück­kommt, wird es aber richtig eng.
 
Sie sind haupt­be­ruf­lich Gym­na­si­al­lehrer. For­dern Ihre Schüler, dass der Unter­richt auch mal öfter aus­fallen soll?
(Lacht.) Nein. Aber schon als ich das Trai­neramt über­nahm, fragten sie, wann sie denn ein Spiel sehen können. Da musste ich sie bisher immer ver­trösten, aber heute Abend werden einige kommen.