Am 14. Oktober ist wieder Tag der Ama­teure“ und ihr könnt dabei sein. Meldet euch und eure Truppe an unter tagd​er​a​ma​teure​.de. 

Der Alles­fahrer
Als Alles­fahrer werden jene Hart­ge­sot­tenen bezeichnet, die wirk­lich zu jedem Spiel auf­bre­chen. In den ersten Ligen ist so etwas noch nach­voll­ziehbar – aber in der Bezirks­liga? Ralf Theele hat 550 Spiele von Ems­detten 05 gesehen. Und zwar am Stück. Dabei sind nur die offi­zi­ellen Meis­ter­schafts­spiele mit­ge­zählt.

Selbst­ver­ständ­lich lässt Theele auch kein Pokal­spiel, keinen Test­kick und kein Hal­len­tur­nier aus. Ins­ge­samt kommt er auf über 1000 Spiele. Bei den Profis juckt es keinen, ob du mit­fährst oder nicht. Doch hier kennt dich jeder“, sagt Theele. Nach einer schlechten Leis­tung haben wir auch mal eine Bus­blo­ckade gestartet. Zu zweit.“ Vor einigen Jahren been­dete er den Nor­derney-Auf­ent­halt mit seiner Freundin für einen Test­kick. Auf dem Weg zur Sil­ber­hoch­zeit der Schwie­ger­el­tern setzte er sich mit Fahne ab, um zum Spiel zu kommen. Einen zwei­wö­chigen Urlaub hat er seit vielen Jahren nicht mehr erlebt, weil Ems­detten in die Som­mer­vor­be­rei­tung star­tete. Ich kriege den Vor­be­rei­tungs­plan meist vor den Spie­lern“, sagt Theele. Schließ­lich muss er als Fach­kraft für Lager­wirt­schaft die Schichten so tau­schen, dass er zum Sport­platz kommt. Die Arbeits­kol­legen und seine Freundin begegnen ihm mit einem Lächeln, wenn er sich wieder auf­ma­chen muss und nur diesen einen Satz sagt, der aber alles erklärt: 05 spielt!“

Der Wett­könig

Bernd Meyer ist noch nie auf seinen Wett­schulden sit­zen­ge­blieben. Seit 1962 ist der Mann aus dem Kreis Gronau im Fuß­ball aktiv, erst als Spieler, dann als Spie­ler­trainer, nun als Trainer. Mit seinen Spie­lern beim SC Ahle und FC Epe schloss er in jeder Saison neue Wetten ab. Eine lau­tete: Wenn ihr den Klas­sen­er­halt schafft, laufe ich zu Fuß von Ahle nach Münster und zünde dort im Dom eine Kerze an. Ein Mann, ein Wort. Das Team hielt die Liga und Meyer machte sich mit zwei Mit­läu­fern aus dem Team auf den Weg – bei 28 Grad auf einer Strecke von 54 Kilo­me­tern. Da stößt man an seine Grenzen“, sagt Meyer, der den Lauf mit Samba-Turn­schuhen bestritt. Zwi­schen­durch konnte er vor Erschöp­fung nicht mal Getränke auf­nehmen. Einer der Mit­läufer schwankte nur noch vor Dehy­drie­rung. Aber sie schafften es in den Dom.

Ähn­lich auf­se­hen­er­re­gend: Nach ver­lo­rener Wette erklärte Meyer sich bereit, die Autos aller Spieler zu waschen. Es waren 25, ich habe den ganzen Tag geschrubbt.“ Wenig später fragten seine Spieler, ob sie einen Song wäh­rend des Spiels auf­legen könnten: den Hit Dra­go­stea din tei“ von O‑Zone. Meyer wil­ligte ein, bemerkte aber einen abge­än­derten Text. Die Spieler waren vor dem Spiel in ein Ton­studio gegangen, um eine neue Ver­sion des Som­mer­hits auf­zu­nehmen. Im Refrain hieß es nun: Meyer wäscht die Autos vom SC“.