Seite 2: Der eingeköpfte Eigentunnler

Nikolce Noveski
Moves, die man beim 11FREUNDE-Betriebs­kick des öfteren sieht: der ein­ge­köpfte Eigen­tunnler, eine majes­tä­ti­sche Bewe­gung, bei der man sich in gebückter Hal­tung den Ball selber durch die Beine köpft, um anschlie­ßend sowohl Gegentor als auch Anschiss der Mit­spieler zu kas­sieren und ver­schämt zum Anstoß­punkt zu trotten. In der Bun­des­liga darf man dieses Wun­der­werk des Ball­sports leider nur sehr selten bestaunen, was daran liegt, dass die Spieler dort eben nicht über eine Kör­per­be­herr­schung ver­fügen, über die selbst die Macher des QWOP-Spiels herz­haft lachen würden. Am Wochen­ende nun hatten wir das Glück, Nikolce Noveski beim ein­ge­köpften Eigen­tunnler bewun­dern zu können, das 0:1 durch Kleber war die Folge. Seinen Tag ver­edelte Noveski im Anschluss noch durch einen ver­ur­sachten Hand­elf­meter, die Mainzer ver­loren 1:2. Und Noveski fuhr wahr­schein­lich nach Hause und spielte eine Runde QWOP.

Cleber
Nutz­nießer des Nove­ski­schen Aus­set­zers war übri­gens Ham­burgs Cleber, der aus der all­ge­meinen Ver­wir­rung heraus den Ball zum 1:0 in die Maschen holzte. Noch unter der Woche hatte der Bra­si­lianer mit dem Sen­sa­ti­ons­namen ange­sichts des dro­henden Käl­te­ein­bruchs gesagt: Wenn es schneit, werde ich mich zu Hause ein­schließen. Ich bin doch kein Pin­guin“. Gut für den HSV also, dass es am Sonntag nicht schneite und Cleber sich ent­schied, doch zur Arbeit zu kommen. Und dann auch noch die, räusper, Clebe aus­packte und den HSV in Füh­rung schoss. Juhu.

Ivan Perisic
Ivan Peri­sics Schnitt­stel­len­pass zum 3:1 gegen Han­nover machte uns Schnitt­stel­len­pass-oho­liker derart froh, dass wir uns an den Händen fassten und glück­selig in die Gasse hinter der Redak­tion liefen, wo wir dem Fuß­ball­gott fei­er­lich einen Uwe-Bein-Schnauz opferten. Mit seinem sahnig-wei­chen Zucker­päss­chen krönte Perisic seine Leis­tung gegen 96, bereits die beiden ersten Tore des VfL hatte Perisic auf­ge­legt. Als genialer Spiel­ma­cher ist Perisic bisher noch nicht in Erschei­nung getreten. Aber gut, viel­leicht hat das auch ein­fach nie­mand gemerkt, so viele Men­schen gibt es ja nicht, die sich Wolfs­burg-Spiele ansehen.

Alex Meier
Alex Meier trifft in Frank­furt derart regel­mäßig, dass die Frank­furter Nah­ver­kehrs­be­triebe dar­über nach­denken, Son­der­züge ein­zu­richten, die das Sta­dion nur zu Meiers Toren anfahren, damit die Leute Zeit sparen. Zehn Buden hat Frank­furts Fuß­ball­gott bereits auf dem Konto, gegen Bremen traf Meier erneut zweimal. Das Beson­dere an Meiers sonn­täg­li­chem Dop­pel­pack war, dass die Tore jeweils Abstauber nach Pfos­ten­tref­fern waren, womit der Pfosten aktiver am Spiel teil­nahm als der ein oder andere Bremer. Hätte der Pfosten den Frank­fur­tern noch deut­li­cher zuge­spielt, hätte man ihn wohl mit einem Ver­trag aus­statten müssen.

Eric-Maxim Choupo-Moting
Ganze 58 Sekunden dau­erte es, bis Schalke in Stutt­gart mit 1:0 führte – so schnell haben nicht mal wir einen drin, wenn Weih­nachts­feier ist. Tor­schütze des frühen Tref­fers war Eric-Maxim Choupo-Moting, der sich anschlie­ßend wohl dachte: Komm, was soll der Geiz?“ und einen Assist sowie zwei wei­tere Treffer folgen ließ. Ins­be­son­dere seine beiden Kopf­ball­tore sind dabei erwäh­nens­wert, schließ­lich waren sie derart schul­buch­mäßig, dass irgendwo in Ham­burg Horst Hru­besch hoch­stieg, um sich per Kopf­ball eine Träne der Rüh­rung aus dem Augen­winkel zu schüt­teln.