Seite 2: Die Personalie Michael Reschke

Seit Mitte Oktober ist Markus Wein­zierl Trainer und for­derte bei seiner ersten Pres­se­kon­fe­renz Mut in allen Berei­chen“. Nach neun Spielen unter der Lei­tung von Wein­zierl fehlt von einer Ver­bes­se­rung oder gar Mut in allen Berei­chen“ jede Spur. Zudem kann Wein­zierl keine Spiel­idee ent­wi­ckeln, im Gegen­teil. In den ersten drei Begeg­nungen tak­tierte Wein­zierl mit drei unter­schied­liche Spiel­sys­temen. Die Horror-Bilanz: drei Spiele, null Punkte, 0:11 Tore. Anschlie­ßend ent­schied er sich, von seinem offensiv-Kon­zept abzu­wei­chen und sich vor­erst auf die defen­sive Grund­sta­bi­li­sa­tion zu kon­zen­trieren. Die Umstel­lung zeigte in Ansätzen Wir­kung und der VfB mühte sich gegen Nürn­berg zu einem 2:0 Sieg. Die Tore resul­tierten aus Stan­dart­si­tua­tionen.

In den dar­auf­fol­genden Spielen gegen Lever­kusen, Augs­burg, Glad­bach und zuletzt Hertha BSC ließ Wein­zierl eine Mischung aus 5−3−2 und 4−5−1 spielen. Die Idee: Defensiv geordnet stehen und mit langen Bällen auf Konter zu lauern. Ohne Erfolg. Der VfB hat unter Wein­zierl 19 Gegen­tore kas­siert und nur fünf mal selber getroffen. Außerdem verlor die Mann­schaft in vier von neun Spielen inner­halb von wenigen Minuten die Grund­ord­nung und fiel zeit­weise kom­plett aus­ein­ander. Diese mas­sive Insta­bi­lität scheint der­zeit die ein­zige Ver­än­de­rung zu sein, die unter Markus Wein­zierl erkennbar ist.

3. Michael Reschke in der Kritik
Vor der Saison gab sich Sport­vor­stand Michael Reschke selbst­si­cher: Der VfB Stutt­gart wird nichts mit dem Abstieg zu tun haben, da lege ich mich fest“. Er inves­tierte 35 Mil­lionen Euro in Neu­zu­gänge wie Daniel Didavi, Pablo Maffeo oder Nicolás Gon­zález und stimmte damit die Fans opti­mis­tisch, die von der Europa-League-Qua­li­fi­ka­tion träumten. In der Rea­lität ange­kommen, legte man den schlech­testen Bun­des­liga-Start der Ver­eins­ge­schichte hin. Anfang November ruderte Reschke zurück: Ab jetzt geht es nur noch darum, die Klasse zu halten“.

Das Transfer-Kon­zept von Michael Reschke bestand aus einer Mischung von gestan­denen Bun­des­liga-Profis und jungen Talenten. Mit Gon­zalo Castro wurde ein Spieler im fort­ge­schrit­tenen Fuß­bal­ler­alter ver­pflichtet, der in Dort­mund immer mehr in den Schatten seiner Kon­kur­renten gerückt war. Auch Daniel Didavi spielte in Wolfs­burg eine Saison mit Höhen und Tiefen. Nicoláz Gon­zales, Pablo Maffeo und Borna Sosa sind zwar hoff­nungs­volle Talente. Aller­dings kommen alle drei aus dem Aus­land. Eine gewisse Ein­ge­wöh­nungs­zeit war zu erwarten.

Ein wei­teres Pro­blem: Mit 25 Spie­lern haben die Schwaben den dritt­kleinsten Kader in der Bun­des­liga. Bei der­zeit acht Ver­letzten kann kein Aus­fall gleich­wertig kom­pen­siert werden. Auf Form­schwä­chen ein­zelner Spieler kann Trainer Wein­zierl schlichtweg nicht reagieren. Über mög­liche Wechsel in der Win­ter­pause wird bereits seit Wochen spe­ku­liert. Unter anderem sollen sich die Funk­tio­näre mit einem Wechsel von Patrick Her­mann beschäf­tigen. Einem ver­let­zungs­an­fäl­ligen Spieler, der in der letzten Saison bei Borussia Mön­chen­glad­bach ledig­lich drei Bun­des­li­ga­spiele über die vollen 90 Minuten absol­vierte. Reschke zeigte sich opti­mis­tisch und kün­digte zusammen mit Ver­eins­prä­si­dent Wolf­gang Diet­rich eine erneute Trans­fer­of­fen­sive an.