Österreichischer Ex-Nationalspieler packt aus

Es wird wieder manipuliert

Österreichs größter Fußball-Manipulationsskandal endete 2014 mit Haftstrafen für mehrere Beteiligte. Seither war alles in bester Ordnung – bis heute.

imago images

Vor knapp fünf Jahren erging das Urteil: Im Oktober 2014 wurde Sanel Kuljic, ehemaliger österreichischer Nationalstürmer, zu fünf Jahren Knast verdonnert. Wegen schweren Betrugs, Erpressung und Nötigung. Kuljic und andere schillernde Figuren des österreichischen Berufs-Fußballs hatten im Auftrag der Wettmafia mitgeholfen, Spiele im österreichischen Liga-Betrieb zu manipulieren.

Aufschlussreiches Interview

Sanel Kuljic, bereits 2017 wegen guter Führung vorzeitig aus der Haft entlassen, war übrigens nicht der einzige (Ex-)Profikicker, der 2014 hinter Gittern gelandet war. Auch ein gewisser Dominique Taboga vom Kapfenberger SV wurde damals verknackt, zu drei Jahren, teilweise auf Bewährung. Andere verdächtigte Spieler wurden freigesprochen.

Seither wähnte sich Österreichs Bundesliga in Sicherheit – bis, ja, bis heute. Als die Wiener Fußballfunktionäre am Donnerstag die »Kronen Zeitung« aufschlugen, dürfte ihnen die morgendliche Melange hochgekommen sein. Denn Sanel Kuljic höchstselbst packt in Österreichs größter Gazette gründlich aus – nicht über die eigenen Sünden der Vergangenheit, sondern über angebliche Spielmanipulationen in der Gegenwart.

Neuer Kontaktversuch

Laut Kuljic sind die Paten der Wettmafia nämlich auch nach 2014 weiter in der Alpenrepublik aktiv und beeinflussen Spielresultate in ihrem ureigensten Sinne: »Ja, es werden in Österreichs höchster Liga weiterhin Spiele manipuliert!«, beteuert der heute 41-Jährige gegenüber Österreichs »Kronen Zeitung«. Laut des Berichts war es sogar Kuljic höchstselbst, der um das brisante Interview gebeten hatte. Weil er Angst hat. Vor der Mafia.

Wie sicher die Wettpaten sich offenbar fühlen, zeigt sich auch in der Dreistigkeit ihres Vorgehens: »Sie haben über einen ehemaligen Mithäftling wieder versucht, mit mir Kontakt aufzunehmen, machen Druck, ich habe Angst um mein Leben«, verrät der gebürtige Salzburger mit bosnischen Wurzeln, der in seiner Profikarriere u.a. für Austria Wien, den Linzer ASK und Xamax Neuchatel aktiv war.