Seite 3: Keine Alternative für den HSV

Pro Ham­burg: Die Aus­gangs­lage

So seltsam es klingt, aber auch für den Ham­burger SV hat die Aus­gangs­lage Vor­teile. Die Ham­burger benö­tigen, anders als Wolfs­burg, bei keinem Spiel­stand einen Taschen­rechner. Die Spieler werden nicht auf die Anzei­ge­tafel bli­cken, sich nicht um Ergeb­nisse aus anderen Sta­dien küm­mern. Sie wissen: Nur mit einem Sieg können wir der Rele­ga­tion ent­kommen.

Das erleich­tert die tak­ti­sche wie per­so­nelle Pla­nung für Gisdol. Er braucht keine Alter­na­tiv­pläne, son­dern kann einen Plan A aus­ar­beiten, mit dem der Ham­burger SV mög­lichst früh in Füh­rung geht. Wenn sie lange hinten liegen, werden sie alles nach vorne werfen. Keine Mind Games, son­dern klare Kante.

Pro Ham­burg: Wolfs­burgs Insta­bi­lität im Mit­tel­feld

Der Spiel­stil der Ham­burger war zuletzt nicht äußerst vari­an­ten­reich. Das Spiel wurde mit einem langen Ball in die Spitze eröffnet. Der Stürmer sollte diesen Ball ablegen. Dahinter zogen sich die Außen­stürmer und die Ham­burger Dop­pel­sechs zusammen, um den zweiten Ball zu erobern. Vier bis fünf Spieler gehen auf den zweiten Ball. Danach soll die Kugel direkt in die Spitze gespielt werden.

Gegen den VfL Wolfs­burg könnte dieser Trick besser funk­tio­nieren als zuletzt. Wolfs­burgs Schwach­stelle ist die Dop­pel­sechs. Oft offen­bart die Dop­pel­sechs zu viele Räume vor der Abwehr. Jonker hat hier per­so­nell viel pro­biert, aber keine gute Lösung gefunden. Luiz Gus­tavo musste zuletzt häufig in der Abwehr aus­helfen, Rie­chedly Bazoer fehlt gegen Ham­burg gesperrt. Wenn die Ham­burger die zweiten Bälle erobern, haben sie gute Chancen gegen Wolfs­burg.

Es ist eins von vielen Wenns für den Ham­burger SV. Die Marsch­route dürfte klar sein: Von Anfang an früh pressen, viel Druck auf­bauen, jeden Ball sofort in die Wolfs­burger Hälfte spielen. So könnte ihnen ein früher Treffer gelingen. Genau diesen brau­chen sie, wenn sie Fragen nach der dritten Rele­ga­tion in vier Jahren ver­meiden wollen.