Eigent­lich hätte Raheem Ster­ling gegen Panama nicht in der Startelf stehen sollen. Zumin­dest wiesen diverse Indi­zien darauf hin. Zu Beginn dieser zweiten Woche wurde zum Bei­spiel Eng­lands Co-Trainer Steve Hol­land mit einem Zettel in der Hand foto­gra­fiert, auf dem die Auf­stel­lung gegen Panama stand. Die große Über­ra­schung: Der Name Ster­ling befand sich nicht auf diesem Zettel, dafür jener von Marcus Rash­ford, Ster­lings poten­zi­ellem Stur­mer­satz.

Der Mesut Özil Eng­lands

Vielen Eng­län­dern hat das aus­ge­spro­chen gut gepasst. Ster­ling ist so etwas wie der Mesut Özil der Three Lions. Im Natio­nal­trikot werde er seinem großen Talent nie gerecht, sagen viele. Die Bou­le­vard­presse schreibt ihm per­ma­nent cha­rak­ter­liche Defi­zite zu, manchmal mit leicht ras­sis­ti­schem Unterton. Nach einer wei­teren mäßigen Leis­tung gegen Tune­sien ver­langten Ster­lings Kri­tiker jeden­falls wieder, dass doch besser Rash­ford für ihn spielen solle.

Der eng­li­sche Trainer, Gareth Sou­th­gate, hat gegen Panama aber wieder auf seinen umstrit­tenen Angreifer gesetzt. Auch gegen Panama stand Ster­ling neben Harry Kane in der eng­li­schen Dop­pel­spitze – was sich bereits in der ersten Halb­zeit aus­zahlte. Ster­ling legte den Ball gekonnt für Jesse Lin­gard ab, der ihn dann mit viel Fein­ge­fühl ins obere Eck zum 3:0 zir­kelte. Ein Tor, das dieses Spiel zugleich per­fekt beschrieb. 6:1 siegten die Eng­länder gegen Panama, fünf Tore schossen sie in den ersten 45 Minuten. Das Ach­tel­fi­nale ist nach dieser Gala­vor­stel­lung gebucht.

Viel Wirbel, kein Erfolg – Typisch Eng­land? 

Schade ist nur, dass Raheem selbst kein Tor geschossen hat“, sagte Ex-Natio­nal­spieler Alan Shearer in der BBC direkt nach dem Spiel. Aber das ist auch das einzig schlechte an heute.“ Dass die Eng­länder derart domi­nieren würden, war nicht abzu­sehen gewesen, viel­mehr kämpften sie (wieder mal) mit haus­ge­machten Pro­blemen. Mit­tel­feld­re­gis­seur Dele Alli fehlte ver­letzt, zudem war die Auf­stel­lung früh­zeitig an die Presse durch­ge­si­ckert.

Dazu die Sache mit dem unbe­liebten Ster­ling. Unter nor­malen Bedin­gungen hätte eine solche Woche für schlechte Stim­mung gesorgt, zumal sich Trainer Sou­th­gate beim Joggen auch noch an der Schulter ver­letzte. Wäh­rend sich Jogi Löw beim Joggen am Strand Mas­ter­pläne aus­denkt, schafft es Sou­th­gate im Wald zu stol­pern und im Kran­ken­haus zu landen. Typisch Eng­land eben. Viel Wirbel, viele Pro­bleme, kein Erfolg.