Süd­lich der nor­we­gi­schen Ölhaupt­stadt Sta­vanger liegt die Region Jæren. Mitten in dieser Region liegt Bryne, Hei­mat­stadt des Dort­mund-Stür­mers Erling Haa­land mit etwa 12.000 Ein­woh­nern. In der grö­ßeren Nach­bar­stadt Sta­vanger blickt man etwas von oben herab auf Bryne: Für sie ist Bryne ein Ort mit vielen Trak­toren, an dem man sonst nur mit dem Auto oder mit der Bahn vor­bei­fährt.

Zudem stärkt ein sehr mar­kanter Dia­lekt den Ein­druck eines Ortes, der sich von fremden Ein­schlägen nicht ver­biegen lässt. Das gilt auch für Erling Haa­land. Statt gol­dene Steaks in Dubai zu ver­schlingen, ver­bringt das nor­we­gi­sche Talent seine Urlaube mit Baum­fällen und Pflügen in seiner Hei­mat­re­gion. Das Pro­fi­leben scheint ihn nicht beson­ders ver­än­dert zu haben. Aber gilt das auch für seinen Hei­matort?

Schwarz­gelb überall

Ein Jærbu (Bezeich­nung der Einwohner*innen der Region, Anm. d. Red.) ist und bleibt ein Jærbu. Wir drehen nicht völlig durch“, sagt Andreas Vollsund, Bür­ger­meister von Time, der Kom­mune, in der Bryne liegt. Boden­ständig und gelassen, dieses Selbst­ver­ständnis haben die Leute hier von sich. Doch diese Gelas­sen­heit sorgt bis­weilen für Irri­ta­tionen. So muss sich Erling Haa­land auf­grund seiner knappen Ant­worten in Inter­views wie­der­holt den Vor­wurf gefallen lassen, er sei unfreund­lich und arro­gant.

Andreas Vollsund winkt ab:„Typisch jærsk“. Die Einwohner*innen der Region sind auch in Nor­wegen dafür bekannt, sich kurz und nüch­tern zu fassen. Wenn das Essen nicht schmeckt, heißt es lapidar: Das müssen wir nicht so oft essen“. Die Gelas­sen­heit der Einwohner*innen lässt sich auch daran erkennen, wie die Men­schen mit Haa­land umgehen, wenn er in Bryne zu Besuch ist. Die meisten lassen ihn ein­fach er selbst sein. Aber natür­lich werden auch ein paar Sel­fies geknipst und Auto­gramme geschrieben. Sogar ich habe hier in meinem Büro ein Auto­gramm“, erzählt Vollsund.

Doch ihr Welt­star hat im Laufe der letzen Jahre noch mehr Spuren in der Stadt hin­ter­lassen, erzählt der Bür­ger­meister: Wenn man hier mit den Leuten spricht, ist er immer das große Thema. Bryne FK (letzte Saison in die nor­we­gi­sche zweite Liga auf­ge­stiegen, d. Red.), der lokale Fuß­ball­verein, bietet Dort­mund-Tri­kots im Fan­shop an. Mitt­ler­weile haben sie davon viel mehr als von ihren eigenen Tri­kots ver­kauft. Ich sehe hier ganz viele Men­schen in schwarz-gelben Tri­kots, von Rent­nern bis hin zu den aller­jüngsten.“