Also wieder ein Unent­schieden und anschei­nend eines, das den Traum vom Welt­meis­ter­schafts-Titel der deut­schen Fuß­ball­na­tio­nal­mann­schaft in diesem Jahr zu schmä­lern scheint. Nach dem 1:1 von Buda­pest jeden­falls wurde am Team von Hansi Flick von der Riege der Beob­achter, ange­fangen bei Lothar Mat­thäus, heftig herum kri­ti­siert. Nur das jüngste Spiel betrachtet, war das sicher­lich nicht unbe­rech­tigt.

Die zau­dernden Deut­schen haben es nicht geschafft, einem Mit­tel­klas­se­gegner ihr Spiel auf­zu­drü­cken. Damit aller­dings sind sie, da reicht ein Blick auf die deut­sche Tabelle in der Nations League, nicht allein in ihrer Gruppe der Unent­schieden. Bei einem Sieg am Dienstag im letzten Spiel gegen Ita­lien vor der Som­mer­pause stünde die DFB-Elf sogar auf Platz eins. Und was hieße das, kann Deutsch­land dann doch wieder Welt­meister werden? Natür­lich heißt es nichts, denn wir haben erst Juni.

Ab November zählt

Die Spieler sind müde nach einer langen Saison, eine Nations League ist kein EM- oder WM-Tur­nier, keine Ver­an­stal­tung, in der ein Team zusammen- und dann im besten Fall über sich hin­aus­wächst. Diese Chemie gibt es nicht bei dieser nach wie vor etwas schrägen Ver­an­stal­tung. 

Sicher ist sie besser als ellen­lange Serien von Freund­schafts­spielen, es sind Tests auf höherem Niveau. Aber vor der WM in fünf Monaten steht nach der Som­mer­pause noch der Liga­spiel­be­trieb, da können Spieler sich ver­letzen oder aber auch noch richtig in Fahrt kommen können. Pro­gnosen über einen etwaige Bedeu­tung dieser Spiele in der Nations League für den Ver­lauf eines Tur­niers am Jah­res­ende ver­bieten sich von selbst.

Anders gesehen ist es viel­leicht sogar gut, dass sich jetzt Schwach­stellen auftun. Denn Hansi Flick sieht die Fehler, hat noch Zeit, sie abzu­stellen und seine Mann­schaft und das beste System zu finden. Er muss im November zeigen können, was er in einem Tur­nier so anstellen kann mit der Mann­schaft. An die 1:1‑Serie aus dem Sommer und an das Spiel von Buda­pest oder auch an dem Spiel gegen Ita­lien am Dienstag wird der Bun­des­trainer dann nicht mehr gemessen werden.

Dieser Text erscheint im Rahmen einer Koope­ra­tion mit dem Tages­spiegel.