Dass die Heim­spiele des KFC in Duis­burg und nicht in der Gro­ten­burg statt­findet, ist bitter für alle. Vor allem aber für die Fans. Was für ein geiles Sta­dion!

Vor über 30 Jahren Schau­platz des Jahr­hun­dert­spiels, als die Uer­dinger im Euro­pa­pokal der Pokal­sieger gegen Dynamo Dresden sechs Buden in den letzten 30 Minuten gemacht haben und so nach 0:2 im Hin­spiel und 1:3 zur Pause im Rück­spiel doch noch völlig über­ra­schend ins Halb­fi­nale ein­ziehen konnten.

Ein Plä­doyer für die Gro­ten­burg

Bis heute ist dieses Spiel unver­gessen, bis heute schwebt sein Geist über dem Sta­dion. Viel hat sich seitdem nicht ver­än­dert. Den Charme der alten Zeiten konnte ich überall spüren, als wir vor ein paar Tagen in Kre­feld gedreht haben. Genau so muss Fuß­ball sich anfühlen.

Die Sanie­rung war aus Sicher­heits­gründen trotzdem unum­gäng­lich. In diesem wun­der­vollen Fuß­ball­mu­seum kann die Mann­schaft aber zumin­dest noch trai­nieren und das genießt sie in vollen Zügen. Seit über zwei Jahren hat der KFC hier nicht mehr ver­loren. Auch dieses Gefühl hat mich emp­fangen, als ich die Gro­ten­burg betreten habe.

Ich wün­sche mir, dass hier schon bald wieder Pro­fi­fuß­ball gespielt werden kann und trotz not­wen­diger Sanie­rung diese ganz beson­dere Atmo­sphäre erhalten bleibt.

38 Aus­wärts­spiele für den KFC

Den Uer­dinger Erfolg beein­träch­tigt der Umzug nach Duis­burg ganz offen­sicht­lich nicht. Mit neun Punkten nach vier Spielen steht der KFC nur auf­grund des schlech­teren Tor­ver­hält­nisses hinter Münster auf Platz 2 der Tabelle. Der Auf­takt gegen Unter­ha­ching ging ver­loren, danach gab´s drei Siege in Folge für das Team von Stefan Krämer.

Der Trainer hat nach der Nie­der­lage am ersten Spieltag die rich­tigen Stell­schrauben gedreht. Umstel­lung vom 4−5−1 auf ein 4−3−3, Kevin Groß­kreutz aus dem Mit­tel­feld zurück auf seine ange­stammte Posi­tion als rechter Außen­ver­tei­diger und Maxi Beister stürmt nicht mehr alleine, son­dern bekommt Unter­stüt­zung über die Flügel.

Viel ent­schei­dender ist in meinen Augen aber, dass diese Mann­schaft sich nie­mals auf­gibt. Das zeigen die beiden Last-Minute-Siege gegen Meppen und 1860 Mün­chen vor der Pokal­pause. Ich sehe den unbe­dingten Sie­ges­willen und die Fähig­keit, den langen Atem zu haben, kör­per­lich wie mental.

Beides werden wich­tige Fak­toren im Auf­stiegs­rennen sein, da bin ich mir sicher.