Seite 2: „Hier spricht der Franz Beckenbauer“

Stand zu diesem Zeit­punkt schon fest, dass Sie zum FC Bayern gehen? 
Nein, aber es gab ein Angebot.

Wer ist auf die Idee gekommen, Sie zu den Bayern zu holen? 
Wolf­gang Dremmler, der neue Chef­scout. Ich war sein erster Deal.

Wie ist der FC Bayern an Sie her­an­ge­treten? 
Franz Becken­bauer hat ange­rufen.

Becken­bauer? 
Ja, eines Tages war er auf meiner Mailbox.

Haben Sie nicht geglaubt, dass es sich um einen Stim­men­imi­tator han­delt? 
Erst schon. Aber beim zweiten Anruf habe ich gedacht, ich sollte viel­leicht mal besser zurück­rufen.

Was hat Becken­bauer gesagt? 
Hier spricht der Franz Becken­bauer, Prä­si­dent vom FC Bayern, bitte um Rückruf in Kitz­bühel, bin bis 22 Uhr zu errei­chen“, so was in der Art. Und das habe ich dann gemacht.

War es kein Risiko, zum FC Bayern zu gehen? Viele junge Talente sind dort geschei­tert. 
Sicher, doch was wäre gewesen, wenn ich diese Chance nicht genutzt hätte? Dann würden wir jetzt hier wahr­schein­lich nicht sitzen.

Haben Sie bei den Bayern keinen Kul­tur­schock erlebt? 
Natür­lich war alles extremer: die vielen Kame­ra­teams, die Zei­tungen. Doch ich stand ja zu Anfang nicht so im Fokus, das waren Klins­mann und Riz­zi­telli. Ich wurde eher als Stürmer für die Zukunft geholt. Den Chris­tian Ner­linger und den Didi Hamann kannte ich vom Junio­ren­na­tio­nal­team, mit denen konnte ich ganz normal reden. Und ansonsten ist auch bei den Bayern der Ball rund.