Der ist neu: Leon Andre­asen. Der Mann, den Reporter-Pan­zer­fisch Rolf Töp­per­wien einst als Leon And­rösen“ vor­stellte (und dafür sogleich von Arnd Zeigler ver­arscht wurde), spielt zwar schon seit drei Jahren in Han­nover, doch erst jetzt scheint er wirk­lich ange­kommen zu sein. Unglaub­liche 28 Monate lang konnte der Däne kein Pflicht­spiel für die Nie­der­sachsen bestreiten, im Europa-League-Qua­li­spiel gegen die Iren von St. Patricks gab er sein Come­back, schoss gleich ein Tor und trieb Bild“ und der Ver­lobten damit Tränen in die Augen: Das Traum-Come­back von Andre­asen: Seine Anna­belle weinte vor Glück“. Schluch­zisch­luchz.

Der fehlt: Jörg Schmadtke. Der Manager, Strip­pen­zieher der jüngsten Erfolge in Han­nover, ist noch bis zum 10. Sep­tember außer Haus, Hin­ter­grund ist eine Absprache mit Prä­si­dent Martin Kind und Trainer Mirko Slomka. Schmadtke, so heißt es, benö­tige die ins­ge­samt elf Wochen lange Aus­zeit, um sich um seine Familie zu küm­mern. Das so etwas im knall­harten Geschäft Bun­des­liga mög­lich ist, hätten wir nicht gedacht. Und finden es daher umso schöner.

Der fehlt nicht: Altin Lala. Kleiner Scherz. Natür­lich ver­missen sie ihn in Han­nover schon, bevor die neue Bun­des­li­ga­saison über­haupt begonnen hat. Altin Lala und Han­nover 96, das gehörte 14 Jahre lang zusammen wie Alf und seine acht (!) Mägen, wie Homer und Marge, wie Mir san mir und der FC Bayern! Jetzt ist der kleine Albaner genau dort hin­ge­gangen: zum FC Bayern. Der Oldie soll den Jung­spunden von der zweiten Mann­schaft tüchtig in den Hin­tern treten. Uns bleibt nur ein leises Tschö mit ö und Servus, sowie die hüb­sche Rand­notiz, dass Lalas erster deut­scher Verein nach seiner Flucht 1991 SpVgg Hosen­feld hieß. Hihi.

Wenn dieser Verein ein Satz wäre, dann dieser: Das Leben ist wie eine Pra­li­nen­schachtel: Man weiß nie, was man bekommt.“ Kein Verein in der Bun­des­liga, der in den ver­gan­genen Jahren eine solch auf­re­gende (und schmack­hafte = Pra­linen!) Ent­wick­lung genommen hat wie Han­nover 96. Vom BVB einmal ange­sehen. Einst wür­diger Graue-Maus-Nach­folger“ vom VfL Bochum, ist aus Han­nover 96 eine Mischung aus Euro­fighter und Bun­des­liga-Wun­der­tüte geworden. Wer weiß, was in diesem Verein noch alles für Über­ra­schungen schlum­mern.

Das 11FREUNDE-Orakel: Langsam aber sicher macht sich in Han­nover eine Art Werder-Bremen-Men­ta­lität breit. Das Trio aus Trainer Slomka, Prä­si­dent Kind und Manager Schmadtke arbeitet gefühlt seit 15 Jahren zusammen und leistet trotz diverser Strei­te­reien ein­fach ver­dammt gute Arbeit. Han­nover spielt um die Europa-League-Plätze mit!