Chris­toph Met­zelder
Eigent­lich bereits als Alt­last abge­schrieben, wurde Chris­toph Met­zelder am Samstag Abend durch die letzte Wut­re­ak­tion seines Trai­ners Huub Ste­vens doch noch Teil des Schalker-Total­ver­sa­gens. Nachdem Schalkes rechter Ver­tei­diger Atsuto Uchida zum sechsten Mal in Folge von seinem Frei­burger Gegen­spieler über­rannt wurde, nahm ihn Ste­vens stink­sauer vom Feld und brachte Met­zelder. Doch auch der Alt­meister der Innen­ver­tei­dung konnte dem kopf­losen Schalker Haufen keine Sicher­heit mehr geben, das dritte Gegentor muss er sich sogar ankreiden lassen. Nach dem Abpfiff bewies Metze dann aber, dass selbst in Zeiten des Jugenwahns Erfah­rung ein wich­tiges Gut sein kann und ana­ly­sierte prä­zise: Man merkt, dass wir in einer Scheiß­phase sind.“ Stimmt!

Timo
Geb­hart
Zu seinen Zeiten beim VfB Stutt­gart galt Geb­hart lange als Roh­dia­mant – leider schaffte es bisher kein Trainer, ihn bis zur Voll­endung zu schleifen. Mitt­ler­weile ist er in Nürn­berg gelandet und mau­sert sich im Fran­ken­land immer mehr zum zen­tralen Spieler. Gegen Bremen atzte Geb­hart uner­müd­lich über das Feld, erzielte sogar zwi­schen­zeit­lich das 1:0 für den Club. Als er sich dann auch noch zum Hah­nen­kampf mit dem zwei Köpfe grö­ßeren Marco Arn­au­tovic auf­baute, hatte Geb­hart end­gültig unser Herz erobert. Läs­siger Kom­mentar von Sport­schau-Mann Schlömer: „„Sie haben zwar den glei­chen Fri­su­ren­ge­schmack, aber ansonsten gar nichts gemeinsam.“ Spricht das jetzt für Geb­hart? Egal.

Jan Rosen­thal
Wem wirk­lich lang­weilig ist, der sollte einmal die Home­page von Frei­burgs Offen­sivall­rounder Jan Rosen­thal besu­chen und auf den Bereich Privat gehen. Da zeigt sich der smarte Blonde mit ein paar Biki­ni­schön­heiten in der hei­mi­schen Sauna, fährt man mit dem Maus­zeiger über sein Hand­tuch lüftet sich das Frot­tee­stück ein wenig. In dieser Saison hin­gegen lüftet auch Rosen­thal sein leicht ange­staubtes Image des schlam­pigen Genies. Seine zwei Tore gegen Schalke 04 waren der Tin­ten­trockner unter der Kün­di­gung von Schalke-Coach Huub Ste­vens. Durch seine über­ra­gende Form hat Rosi“ ent­schei­denden Anteil am Höhen­flug der Frei­burger. Doch damit nicht genug, mit einem Top­speed von 35.39 Km/​h ist Rosen­thal auch noch der schnellste Spieler der Hin­runde. Mehr geht nicht.

Josué
Der kleine, aber kan­tige Bra­si­lianer Josué (VfL Wolfs­burg) emp­fahl sich durch sein Kan­tig­keit für die Elf des Spiel­tags. Die Beweis­füh­rung lie­ferte er in der 16. Minute via Fuß. Genauer gesagt: Mit der offenen Sohle des selben in die Fami­li­en­ju­welen von Frank­furt-Stürmer Oli­vier Occean, der zum Glück über­lebte (Sus­pen­so­rium?). Wolfs­burg lag zu diesem Zeit­punkt schon mit 1:0 hinten, den Moti­va­ti­ons­über­schuss von Josué belohnte Schieds­richter Peter Gagel­mann mit einer roten Karte. Beson­ders uner­freu­lich für die Wolfs­burg-Fans: Als die Wölfe noch wegen der roten Karte laut­stark auf­heulten, führte Frank­furt den anschlie­ßenden Frei­stoß schnell aus und Takashi Inui traf zum 2:0. Zwei Tore Rück­stand, 74 Minuten Unter­zahl: Danke Josué, das sind aus­rei­chend Argu­mente für einen Platz in der Elf des Spiel­tags.

Nicolai Müller
Nico Müller ist einer jener Spieler, die 99 Pro­zent der Fuß­ball­fans nicht auf der Straße erkennen würden. Was durchaus von Vor­teil sein kann, wenn er mal unge­duscht und im dre­ckigen Jog­ging­anzug einen Liter Milch ein­kaufen muss. Und auch in den Defen­siv­reihen der Bun­des­liga scheint sich noch nicht her­um­ge­spro­chen zu haben, dass Müller ein richtig guter Stürmer ist. Uns so machte Müller in der Hin­runde fünf Tore, berei­tete vier wei­tere Treffer vor und ist eines der Gesichter des Mainzer Höhen­flugs. Wenn das so weiter geht, muss Müller bald auch im Super­markt den Maß­anzug anziehen müssen. Er wird es ver­kraften können.

Kevin Groß­kreutz
Kevin Groß­kreutz hat es in dieser Hin­runde bisher nicht beson­ders leicht. Inter­na­tional fegen die Dort­munder um Götze, Reus & Co. durch Europa und werden dabei von der Presse gefeiert. Der Dort­munder Kult­figur war bis dato jedoch keine der Haupt­rollen ver­gönnt. Zu stark ist die Kon­kur­renz im Mit­tel­feld, sodass schon über einen Wechsel in die Pre­mier League spe­ku­liert wird. In Hof­fen­heim durfte er mal wieder von Beginn an ran und erzielte am 17. Spieltag sein erstes Sai­sontor. Ob das als Aus­hän­ge­schild für den FC Liver­pool oder doch eher für den 1. FC Köln reicht?

Ken Ilsö
Ken Ilsös Traum­frei­stoß zum 2:1‑Sieg von For­tuna Düs­sel­dorf gegen Han­nover 96 war zwar der spiel­ent­schei­dende Sieg­treffer, aber den­noch bekam der Däne bei der Nomi­nie­rung für die Elf des Spiel­tags scharfe Kon­kur­renz aus den eigenen Reihen: Team-Kol­lege Nando Rafael ver­half näm­lich dem in der Mauer ste­henden 96-Spieler Sérgio Pinto zu mehr Boden­stän­dig­keit, indem er dem Por­tu­giesen schlicht auf dem Fuß trat. Letzt­lich jedoch machte Ilsö durch seinen Auf­tritt in der Mixed Zone alles klar. Das lag nicht nur an der stil­si­cheren Hipster-Frisur, die der Däne bereit­willig zur Schau stellte, son­dern vor allem an der Wert­schät­zung gegen­über dem Team-Kol­legen Stefan Rei­singer, der ihm vor dem besagten Frei­stoß sagte, dass er eh nicht treffen werden. Ilsö kom­men­tierte: Ich hab ihm gesagt: Halt die Schnauze! Dann habe ich das Ding rein­ge­macht.“

Sejad Sali­hovic
Sejad Sali­hovic tippte vor der Begeg­nung mit Borussia Dort­mund auf einen locker, flo­ckigen 3:0 – Sieg für TSG Hof­fen­heim gegen den immerhin amtie­renden Meister Borussia Dort­mund. End­ergebnis: 1:3‑Niederlage, Tip­p­ein­satz weg, Rele­ga­ti­ons­platz, Trai­ner­wechsel end­gültig ohne Wir­kung. Die Eigen­wahr­neh­mung des Natio­nal­spieler von Bos­nien-Her­ze­go­wina war Sinn­bild der Selbst­über­schät­zung des Sins­heimer Dorf­ver­eins: Der­artig ambi­tio­nierte Skan­dal­tipps und Kampf­an­sagen á la Tim Wiese („Ich wechsel zu einem Verein, der um die Meis­ter­schaft mit­spielt!“) werden natür­lich groß­zügig gou­tiert mit einer Beru­fung in die Elf des Spiel­tags.

Paolo Guer­rero
Hier­zu­lande hat der Peruaner Paolo Guer­rero in den letzten Jahren so ziem­lich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Erst bewarf er einen Fan mit einer Was­ser­fla­sche, dann lud er den Geschä­digten zur Ver­söh­nungs­fahrt in seine Luxus­ka­rosse ein. Dann ver­letzte er sich schwer und ging zur Reha nach Peru, wollte aber par­tout nicht zurück­kommen. Die Begrün­dung: pani­sche Flug­angst. Als er dann im letzten Jahr auch noch Stutt­garts Keeper Sven Ull­reich mit einer Hor­ror­grät­sche an der Eck­fahne umnie­tete, war Guer­rero den HSV-Fans nicht mehr ver­mit­telbar. Der Fri­su­ren­freak ging nach Bra­si­lien zu Corin­thians Sao Paolo und machte unter der Woche wieder von sich reden. Doch offenbar hat Guer­rero am Zuckerhut das Fuß­ball­spielen wieder erlernt, denn er machte mit seinem Tor seinen neuen Klub zum Welt­po­kal­sieger. Herz­li­chen Glück­wunsch!

Klaus Allofs
Wer kennt sie nicht, diese dif­fuse Angst vor dem Unbe­kannten? Die Furcht vor dunklen Schat­ten­ge­stalten, die unsichtbar im Hin­ter­grund ihr Unwesen treiben und ins­ge­heim die Geschicke der Welt leiten. Illu­mi­naten, Frei­maurer und jetzt auch: Schieds­richter. Die ver­meint­lich Unpar­tei­ischen ver­folgten laut Allofs den Geheim­plan, jeden Tritt in die Eier eines Gegen­spie­lers (siehe Josue) mit einer roten Karte zu ahnden. Klaus Allofs, ver­schwö­re­risch nach dem Spiel: Ich hatte den Ein­druck, dass man da irgend­etwas aus­glei­chen wollte.“ Viel­leicht den Anschlag auf die Zeu­gungs­fä­hig­keit von Oli­vier Occean?

Stefan Kieß­ling
2012 war ein­deutig das Kieß­ling-Jahr, denn kein deut­scher Stürmer traf in diesem Kalen­der­jahr häu­figer als der Werkself-Angreifer. Dumm nur, dass Natio­nal­trainer Löw offenbar den Ort Lever­kusen“ nicht in seinem Navi­ga­ti­ons­gerät gespei­chert hat. Auch am 17. Spieltag traf Kieß­ling dop­pelt. Ob er Jogi ein neues Navi unter den Weih­nachts­baum legen lässt, ist aller­dings nicht bekannt.