Liebe frisch geba­ckene Groß­el­tern: Dies ist ein Text für euch. Lest ihn ganz genau durch, merkt euch sämt­liche Ein­zel­heiten – und mit etwas Glück und Geschick seid ihr in 16 bis 18 Jahren reich.

Vor 15 Jahren hatte Peter Edwards, Elek­tronik-Fach­händler aus Wrexham in Wales, eine Ein­ge­bung. Sein Enkel, Harry Wilson, werde bestimmt mal Natio­nal­spieler. Edwards stat­tete dem Wett­büro seines Ver­trauens einen Besuch ab, legte 50 Pfund auf den Tresen und wet­tete. Darauf, dass sein Enkel eines Tages die wali­si­schen Farben tragen werde. Sein Buch­ma­cher nahm die Wette an. Mit einer Quote von 2.500 zu 1. Der Enkel von Peter Edwards war damals 18 Monate alt.

16 Jahre, 207 Tage – so jung war nicht einmal Gareth Bale bei seinem Debüt

Seit Dienstag hat diese Geschichte ein Hap­pyEnd. In der 87. Minute des Län­der­spiels zwi­schen Wales und Bel­gien schickte der wali­si­sche Natio­nal­trainer Chris Coleman Harry Wilson für Hal Robson-Kanu aufs Feld. Wilson war zu diesem Zeit­punkt 16 Jahre und 207 Tage alt. 108 Tage jünger als Gareth Bale bei seinem Debüt. Seit Dienstag ist Harry Wilson der jüngste wali­si­sche Natio­nal­spieler aller Zeiten – und Enkel eines sehr glück­li­chen Groß­va­ters. Der Gewinn von Peter Edwards: 125.000 Pfund.

Ich war voll­kommen fertig“, erzählte der 62-Jäh­rige den bri­ti­schen Medien von seinen Erleb­nissen wäh­rend des Län­der­spiels, es waren nur noch wenige Minuten zu spielen und der Trainer hatte bereits zweimal aus­ge­wech­selt. Dann wurde Harrys Nummer ein­ge­blendet – und ich goss mir noch ein Glas Wein ein.“

Schon mit seinen 18 Monaten habe sein Enkel eine auf­fäl­lige Affi­nität zum Fuß­ball gehabt, so Edwards. Mit dem vor­aus­schau­enden Auge eines Welt­klasse-Scouts habe er die Bega­bung des kleinen Harry ent­deckt und anschlie­ßend die außer­ge­wöhn­liche Wette plat­ziert: Ein tod­si­cheres Ding – der Junge konnte schließ­lich schon drib­beln, bevor er über­haupt laufen gelernt hatte!“ Als sein Enkel zwölf Jahre alt war, sei er erneut bei seinem Buch­ma­cher vor­stellig geworden, so Edwards. Harry Wilson war da gerade von der Jugend­aka­demie des großen FC Liver­pool auf­ge­nommen worden. Ich wollte noch mehr Geld setzen, aber der Mann vom Wett­büro nahm das nicht an. Immerhin: Wir ver­han­delten einen Zusatz­ge­winn aus, falls Harry für Eng­land, statt für Wales auf­laufen würde.“

Nicht schlecht für ein Debüt

Seit Dienstag hat zumin­dest diese Geschichte kein Hap­pyEnd – mit seinen ersten Minuten im Pflicht­spiel gegen Bel­gien hat sich Wilson für Wales fest­ge­spielt. Kein Pro­blem für den stolzen Opa, der bereits seinen Arbeit­geber ange­rufen hat. Ich habe gekün­digt, ein Jahr vor der Rente. Nicht schlecht für eine bescheu­erte Wette, oder?“ Eine Minute nach seiner Ein­wechs­lung gelang Wil­sons Team­kol­lege Aaron Ramsey übri­gens der 1:1‑Ausgleich. Nicht schlecht für ein Debüt, oder?

Kleiner Nach­trag: Dieser Text ist auch für alle frisch geba­ckenen Väter und Mütter. Denn auf der Insel scheinen erfolg­reiche Wetten auf den eigenen Nach­wuchs Tra­di­tion zu sein. Im Sep­tember 2012 gewann der Erzeuger von Ryan Tun­ni­cliffe viel Geld, weil er einst 100 Pfund darauf gewettet hatte, dass sein Sohn für Man­chester United spielen werde. Da war Ryan Tun­ni­cliffe neun Jahre alt. Bei seinem Debüt saß Tun­ni­cliffe senior auf der Tri­büne. Und war in der 76. Minute um 10.000 Pfund rei­cher.