11FREUNDE am Morgen

ist unser neuer News­letter. Pünkt­lich um 7 Uhr mor­gens ver­sorgt euch Chef­re­dak­teur Philipp Köster an jedem Werktag mit den wich­tigsten Nach­richten des Fuß­ball­tages. Hier könnt ihr abon­nieren.

So schnell kann’s gehen. Eben noch die größten Deppen der Nation, plötz­lich kurz davor, bei Frank-Walter Stein­meier sich das Bun­des­ver­dienst­kreuz anheften zu lassen. Das 4:2 gegen Por­tugal, erspielt mit teil­weise begeis­terndem Offen­siv­fuß­ball, hat die viel­stim­mige Kritik nach dem ver­gurkten Auf­takt­spiel gegen die Fran­zosen ver­stummen lassen und statt­dessen eine Eupho­rie­welle durchs Land geschickt, die ganz offen­kundig auch der Mann­schaft und dem Coach ein biss­chen suspekt war. Denn erreicht ist durch die drei Punkte noch gar nichts, erst ein bis drei Punkte aus dem letzten Grup­pen­spiel gegen die Ungarn ebnen den Weg ins Ach­tel­fi­nale. Zudem hatten natür­lich auch Löw und sein Trai­ner­stab erkannt, dass der Sieg maß­geb­lich dadurch begüns­tigt wurde, dass die Por­tu­giesen jede Ver­tei­di­gung der Außen­bahnen mit dem Anpfiff ein­ge­stellt hatten. Schon des­halb sorgte jede zweite Flanke, sofern sie nicht von Toni Kroos getreten wurde, für reich­lich Gefahr im por­tu­gie­si­schen Straf­raum. Doch es war nicht allein die Schwäche der Por­tu­giesen, son­dern auch eine stark ver­bes­serte deut­sche Elf, die es diesmal unbe­dingt wissen wollte. Von Beginn an war eine völlig andere Kör­per­sprache erkennbar, allen voran bei Shoo­ting­star Robin Gosens, der vor Taten­drang nahezu barst und nicht zufällig schon nach wenigen Minuten mit einer ansehn­li­chen Bruce-Lee-Sprung­figur das erste, leider abge­pfif­fene, Tor für die deut­sche Elf erzielte. Aber auch sonst waren manche Spieler gar nicht wie­der­zu­er­kennen. Kai Havertz, der gegen Frank­reich noch über den Platz geschli­chen war wie das häufig lust­lose Sanos­tol­kind, sprühte vor Spiel­witz und Tor­hunger. Und Serge Gnabry, der noch gegen Frank­reich vor­nehm­lich Gegen­spieler am Straf­raumeck umzin­gelte, war ein stän­diger Brand­herd im por­tu­gie­si­schen Straf­raum. Das alles reichte für ein 4:2 und Platz 2 in der Tabelle. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

„Aus taktischer Sicht war das ein krasses Spiel“ Nur stellen! Der Taktikpodcast zur EM (6)

Und dann gewinnt Deutsch­land auch noch mit 4:2 gegen Por­tugal. Weil die Außen­bahn­spieler machen dürfen, was sie wollen und Por­tu­gals Schwä­chen zum Vor­schein kommen. Der zweite Spieltag der EM in der Pod­cast-Ana­lyse

Zitat des Tages

Wir sind müde und stolz!“

Ver­stehen Sie Spaß?

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30 Sekunden Zeit­ver­schie­bung. Zwei Haus­halte sehen das Spiel der Elftal, aber die Herren im ersten Stock bekommen das TV-Bild eine halbe Minute früher zu sehen, als die strea­mende Crowd unten im Garten. Also simu­lieren sie bei einer ver­geigten nie­der­län­di­schen Tor­chance einen Treffer und stürzen die Gar­ten­be­leg­schaft in ein Wech­selbad der Gefühle.

Rät­sel­füchse

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Klar for­mu­liert. Es wird ja immer viel über den Fuß­ball als Spie­gel­bild der Gesell­schaft debat­tiert, selten aber so erhel­lend. Wir suchen heute den fein­geis­tigen Apho­rimus eines Fuß­ball-Theo­re­ti­kers, der wie wenige andere Phi­lo­so­phen die ganze tran­szen­den­tale Tiefe des Fuß­ball­spiels aus­leuch­tete. Lösungen bitte an philipp@​11freunde.​de. PS: Gesucht war letztes Mal die Stan­dard­si­tua­tion (biss­chen pein­lich aber das über­flüs­sige T“, das Uta Ranke-Hei­ne­mann ins Lösungs­wort ein­brachte). Die Gewinner der letzten Woche: Malte Dürr (Gel­sen­kir­chen) und Toni Massaq (Leipzig). Was die genau gewonnen haben, muss ich nochmal nach­schauen.

Der, den sie brauchen Über die sensationelle Leistung von Robin Gosens

Robin Gosens ist der ein­zige deut­sche Spieler, der nur über Umwege im Pro­fi­fuß­ball und gegen jede Wahr­schein­lich­keit im EM-Kader von Jogi Löw gelandet ist. Aus­ge­rechnet er begeis­tert beim 4:2 gegen Por­tugal ganz Europa. Kein Wunder.

Der News­letter war heute wegen des son­nigen Wochen­endes etwas kürzer. Morgen wieder in gewohnter Länge. Jetzt aber schon fix noch die Auf­zäh­lung der heu­tigen Par­tien Nord­ma­ze­do­nien-Nie­der­lande (18 Uhr, Tipp: 1:3), Ukraine-Öster­reich (18 Uhr, Tipp: 1:1), sowie Russ­land-Däne­mark (21 Uhr, Tipp 1:2) und Finn­land-Bel­gien (21 Uhr, Tipp 1:3). Dazu auch noch der Dank an alle, die mir in den letzten Tagen Anre­gungen für den News­letter schickten. Man­ches werde ich rasch umsetzen, etwa den Rück­blick auf his­to­ri­sche Spiele, die am jewei­ligen News­letter-Datum stand­fanden.

Nun aber einen guten Wochen­start!Philipp Köster