Am Samstag absol­vierte der 1. FSV Mainz 05 ein Test­spiel gegen eine Regio­nal­aus­wahl. Eigent­lich ein schöner Anlass, um zu Beginn der Vor­be­rei­tung ein biss­chen Volks­fest-Stim­mung auf­kommen zu lassen. Das Wort Volks­fest nahm sich eine Fan­gruppe, die einen geg­ne­ri­schen Ama­teur­spieler unter­sützte, etwas zu doll zu Herzen – leider. Die alko­ho­li­sierte Gruppe pöbelte nicht nur von der Tri­büne aus, son­dern belei­digte Spieler, wohl auch ras­sis­tisch. Mainz-Trainer Sandro Schwarz bekam die Beschimp­fungen mit, ging hoch auf die Tri­büne und machte den Fans eine Ansage. Die ver­stummten und machten den Rest der Partie keinen Mucks mehr. Ein Inter­view zu dem Vor­fall gab Schwarz nach Abpfiff nicht, zu selbst­ver­ständ­lich scheint es für ihn zu sein, bei einem sol­chen Sze­nario ein­zu­schreiten. Was auf den ersten Blick nicht so recht zu Schwarz passen will, zeigt genau wie Schwarz tickt.

Wandel der Wahr­neh­mung 

Die Außen­wahr­neh­mung von Mainz 05 hat sich in den ver­gan­genen Jahren stark gewan­delt. Wo früher Klopp, gute Laune und Abstiegs­kampf waren, ist spä­tes­tens seit Sandro Schwarz und Rouven Schröder das Sagen haben, seriöses Manage­ment und gesi­chertes Mit­tel­feld ange­sagt. Nicht, dass Schröder-Vor­gänger Chris­tian Heidel keine seriöse Arbeit betrieben hätte. Ganz im Gegen­teil. Den­noch ist der Umzug aus dem stim­mungs­vollen Bruchweg-Sta­dion in die moderne, nicht immer aus­ver­kaufte Opel-Arena nicht spurlos an den Main­zern bezie­hungs­weise am Bild der Mainzer vor­bei­ge­gangen – vom fröh­li­chen Kar­ne­vals­verein zum ganz nor­malen Bun­des­li­gisten.

Seit 2017 ist Sandro Schwarz Chef­trainer bei den Rhein­hessen. Erneut wählten die Mainzer einen Trainer aus dem eigenen Jugend­be­reich. Zur Dis­kus­sion stand er, obwohl es in der ersten Saison lange gegen den Abstieg ging, nie so richtig. Was zum einen an seiner fach­li­chen Exper­tise liegt. Schwarz gilt als akri­bi­scher Arbeiter, mit einer eigenen Vor­stel­lung davon, wie seine Mann­schaft zu spielen hat. Durchaus unüb­lich für ein Team der unteren Tabel­len­hälfte, ist es Schwarz wichtig, dass sein Team geg­ne­ri­sche Mann­schaften, die auf einem ähn­li­chen Niveau agieren, domi­niert.

Kri­sen­sit­zung

Zum anderen wird Schwarz auf­grund seiner Per­sön­lich­keit geschätzt. Er selbst betont immer wieder, wie wichtig die Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen Spie­lern und Trainer sei. Die Krise in seiner ersten Saison und die damit ein­her­ge­hende mediale Kritik an seiner Person mode­riert er lässig weg. Absolut berech­tigt“, sei die Kritik gewesen. Das Geme­cker der eigenen Fans hin­gegen nimmt er zum Anlass, sich bei einer Aus­sprache über 600 Fans zu stellen. Schwarz wird sehr emo­tional. Am Ende der Ver­an­stal­tung steht ein Schul­ter­schluss mit den Fans. Am Ende der Saison der Klas­sen­er­halt.