Der Sta­di­on­spre­cher soll im Ide­al­fall sach­lich von Aus­wechs­lungen und Ver­war­nungen berichten, darf, so es die Situa­tion zulässt, aber gern auch mal etwas emo­tio­naler werden. Folgt man dieser Defi­ni­tion, hat der Sta­di­on­spre­cher vom Serie B‑Klub US Avel­lino nichts falsch gemacht. Der ita­lie­ni­sche Ver­band sieht das anders. 

Im Spiel zwi­schen den Süd­ita­lie­nern und Perugia Calcio pas­siert lange nichts son­der­lich Spek­ta­ku­läres – bis zur Nach­spiel­zeit. Als der Schieds­richter zum Ende des Spiels mit­teilt, ganze sieben Minuten nach­spielen zu wollen, schlägt ihm der Unmut der Heim-Fans ent­gegen. Und auch der Sta­di­on­spre­cher scheint mit der Ent­schei­dung nicht ein­ver­standen zu sein. 

12 Minuten Nach­spiel­zeit! 

Über die Sta­di­on­an­lage schallt kurz danach der sar­kas­ti­sche Hin­weis, dass der Schieds­richter beschlossen habe, zwölf Minuten drauf­zu­pa­cken. Im Stadio Par­tenio ist zu diesem Zeit­punkt noch nicht zu ahnen, welche Kon­se­quenzen die erzürnten Aus­schwei­fungen des Sta­di­on­spre­chers nach sich ziehen. 

Avel­lino gewinnt die Partie, aller nicht enden wol­lender Nach­spiel­zeit zum Trotz, sou­verän mit 2:0. Einen Tag später wird dem 15. der Serie B mit­ge­teilt, dass die Liga 1000 € Strafe aus­ge­spro­chen hat. Grund ist tat­säch­lich der Sta­di­on­spre­cher, der sich sar­kas­tisch über die vom Schieds­richter aus­ge­spro­chene Nach­spiel­zeit in der zweiten Halb­zeit“ geäu­ßert habe.

Der 1912 gegrün­dete Verein musste sich dar­über hinaus für den Sta­di­on­spre­cher ent­schul­digen und ver­si­cherte über die sozialen Medien, dass die sar­kas­ti­sche Bemer­kung kei­nes­falls respektlos gemeint war. 

Wahr­lich ein schlechter Scherz.