Andreas Wolf, können Sie Ihren Urlaub gerade genießen?
Ja, ich bin bei meiner Familie in Deutsch­land und erhole mich von der langen Saison. Das tut auch mal gut. Wieso fragen Sie?

Ihr Klub, der AS Monaco, wirft in diesen Tagen mit Geld nur so um sich. Für 130 Mil­lionen Euro wurden Joao Mou­t­inho, James Rodri­guez und Atle­tico Madrids Stür­mer­star Falcao ver­pflichtet, Dazu kommt Ver­tei­diger Ricardo Car­valho von Real Madrid. Fabio Coen­trao, Carlos Tevez und Victor Valdez werden gehan­delt. Haben Sie nicht Angst, dass bei diesem Tempo bei Ver­pflich­tungen auch ihr Platz bald in Gefahr ist?
Nein. Es ist doch toll, mit sol­chen Spie­lern zusammen zu spielen. Ich freue mich sogar auf die Trai­nings­du­elle mit Falcao. Für mich ist er einer der besten Stürmer der Welt. Natür­lich weiß ich auch, dass es da nicht ein­fach wird, sich zu behaupten. Jeder muss seinen Platz in Zukunft noch mehr ver­tei­digen, der Kon­kur­renz­kampf steigt. Aber damit kann ich umgehen.

Sie sind im Januar 2012 von Werder Bremen zum AS Monaco gewech­selt. Zur Win­ter­pause stand der Klub auf dem letzten Platz der zweiten fran­zö­si­schen Liga. Warum haben Sie sich damals für diesen Schritt ent­schieden?
Ich war von Anfang an von dem Kon­zept über­zeugt. Mir wurde klar gesagt, welche Pläne der Klub ver­folgt und wie die Rah­men­be­din­gungen dafür aus­sehen. Des­halb wusste ich, dass die zweite Liga kein Dau­er­zu­stand sein soll. Die jet­zige Ent­wick­lung über­rascht mich nicht.

Sie wussten also von der anste­henden Trans­fer­of­fen­sive?
Es ist normal, dass man sich als Auf­steiger ver­stärken muss um eine Liga höher zu bestehen. Und wir haben nun mal nicht die schlech­testen finan­zi­ellen Vor­aus­set­zungen dazu.

Nicht jeder Auf­steiger kann mal so eben 130 Mil­lionen Euro für Neu­zu­gänge aus­geben. In Frank­reich wird erwartet, dass Monaco schon zur kom­menden Saison Meister Paris St. Ger­main Kon­kur­renz an der Spitze macht. Ist das rea­lis­tisch?
Wir werden Zeit brau­chen, um dieses Niveau zu errei­chen. Das war bei Paris auch der Fall. Alles muss sich erst einmal finden. Aber wir haben die Qua­lität, es zu schaffen. In abseh­barer Zeit wollen wir vorne mit­mi­schen.

Die Spieler müssen im Steu­er­pa­ra­dies Monaco kaum Abgaben auf ihre Gehälter zahlen. Die künf­tigen Kon­kur­renten in der Ligue 1 pro­tes­tieren vehe­ment, dass Monaco einen Stand­ort­vor­teil hätte. Haben Sie die Ableh­nung gegen den Klub schon in der zweiten Liga gespürt?
Nein, dass war ok. Es gab keinen Spieß­ru­ten­lauf.

Als Sym­pa­thie­träger wird der AS Monaco auch nicht wahr­ge­nommen. Der Klub ist seit 2011 in der Hand des rus­si­schen Mil­li­ar­därs Dimitri Rybo­lowlew. Als Investor wird er nicht lange warten wollen, bis sich Erfolg ein­stellt.
Natür­lich steigt die Erwar­tungs­hal­tung, aber ich denke, dass alle im Verein die Situa­tion rea­lis­tisch ein­schätzen können. Wie gesagt, als Auf­steiger können wir auch keine Wunder voll­bringen.

Wie gestaltet sich der Umgang mit Rybo­lowlew aus Spieler-Sicht? Ist er in das täg­liche Geschehen invol­viert?
Er ist nicht stets per­sön­lich prä­sent, aber als Kapitän habe ich schon das ein oder andere Mal mit ihm Kon­takt gehabt. Er will immer alles wissen und infor­miert sich täg­lich, was in der Mann­schaft vor sich geht. Ich habe ihn als ruhigen, ange­nehmen Typ kennen gelernt.