Ich gebe zu, ich habe mich getäuscht. Der direkte Wie­der­auf­stieg ist kein Thema mehr in Braun­schweig. 3 Nie­der­lagen, 3 Unent­schieden, 3 Punkte und bereits 12 Gegen­tore. Ein­tracht Braun­schweig grüßt in der Tabelle von ganz unten und genau da hängen auch die Köpfe der Spieler. Das haben sowohl Trainer Henrik Pedersen als auch Kapitän Ste­phan Fürstner bestä­tigt. Das Warten auf ein Erfolgs­er­lebnis wird zur men­talen Zer­reiß­probe.

Pedersen mit den rich­tigen Maß­nahmen

Ich will nicht nur den Fuß­baller sehen, son­dern auch den Men­schen.“ Der erste Satz, den ich in der Sai­son­vor­be­rei­tung vom neuen Trainer gelesen habe. Seine Ansätze in der Län­der­spiel­pause zeigen, dass er diese Aus­sage tat­säch­lich auch lebt. Henrik Pedersen hat den Kader ver­klei­nert. Nicht als Sank­tion gegen die Spieler, die zunächst für vier Wochen bei der U23 trai­nieren werden. Son­dern um das Trai­ning inten­siver gestalten und vor allem an der Abstim­mung arbeiten zu können. Er hat die Mann­schaft zu einem Kurz­trai­nings­lager ver­sam­melt. Nicht um sich abzu­schotten. Son­dern um als Gemein­schaft zusam­men­zu­wachsen und in vielen Ein­zel­ge­sprä­chen seine Spieler noch besser zu ver­stehen. Ich traue Henrik Pedersen zu, dass er die Mann­schaft mit­tel­fristig sta­bi­li­siert.

Trend­wende unter Flut­licht?

Die Kulisse für den Neu­start könnte nicht besser sein. Frei­tag­abend, Heim­spiel unter Flut­licht, zu Gast ein Tra­di­ti­ons­verein, dessen Fans ihr Team ebenso lei­den­schaft­lich unter­stützen wie die Braun­schweiger. Mit Carl Zeiss Jena kommt aller­dings auch eine Mann­schaft, die nach sechs Spiel­tagen bereits zehn Punkte ein­fahren konnte. Ein Spa­zier­gang wird das nicht, zumal die Stim­mung bei den Löwen-Fans durchaus auf­ge­heizt ist. Ner­ven­stärke ist gefragt.

Kör­per­liche Defi­zite lassen sich trai­nieren. Beim Kopf ist das schon deut­lich kom­pli­zierter. Henrik Pedersen ist der­zeit vor allem auf der men­talen Ebene gefor­dert. Und ich glaube, genau da liegen seine Stärken!