Hihihi!“ – Prust!“ – Kicher!“ Keine Ahnung, was da so lustig war, aber Serge Gnabry und Kai Havertz, assis­tiert von Marco Reus, bekamen sich teil­weise nicht mehr ein vor Lachen. Dabei glucksten sie nicht mal über die beste Frage, die ihnen bei der Pres­se­kon­fe­renz im Deut­schen Fuß­ball­mu­seum gestellt wurde. Wenn man Fuß­baller werden will, muss man da eigent­lich schlau sein?“, fragte eines der Kinder, das einen Teil der Fra­ge­stunde über­nehmen durfte, bevor die Jour­na­listen an der Reihe waren.

Nun sollte man die leicht aus dem Ruder gelau­fene Hei­ter­keit der Spieler nicht zu weit­ge­hend inter­pre­tieren, aber ein wenig fügte sich das schon ins Bild. Es macht ein­fach Mega­spaß bei der Natio­nal­mann­schaft zu sein“, sagte Serge Gnabry. Und auch Kai Havertz machte den Spaß zum zen­tralen Teil seiner Ant­wort darauf, wie man denn am besten Fuß­ball­profi wird: Das wich­tigste ist, dass du Spaß am Fuß­ball hast und dich nicht zu sehr unter Druck setzt“, erklärte der 20-Jäh­rige, und viel­leicht sollte man beides nicht als Profi-Steh­satz abtun. Weder den Spaß von Havertz noch den Mega­spaß von Gnabry.

Spiele wie schnell wech­selnde Herbst­wetter

Dazu muss man nur zwei Tage zurück­spulen zu einem Abend, an dem alles bereitet war für Ödnis und Tris­tesse. Ein halb­leeres West­fa­len­sta­dion, in dem ganze Ränge unbe­setzt blieben, besucht von unter-enthu­si­as­ti­schen Deutsch­land-Fans. Zwei Mann­schaften, die nach einer Flut von Absagen eher Schat­ten­ver­sionen der deut­schen und argen­ti­ni­schen Natio­nal­mann­schaft dar­stellten. Es konnte eigent­lich nur gru­selig werden, doch dann ent­fal­tete sich ein ganz beson­derer Zauber. 45 Minuten lang spielte diese deut­sche Mann­schaft leicht­füßig und schnell, mit wel­pen­hafter Freude, intel­li­gent und gesegnet mit Geschick. Und in all diese Neu­an­fängen seit der ver­korksten WM im letzten Jahr, den gelun­genen und hol­pernden, was das der Moment der größten Fri­sche. Ein echter Spaß war es auf alle Fälle.

Das neue Natio­nal­team, das Jogi Löw zur Zeit zusam­men­bas­telt, ist noch ein Ver­spre­chen. Die Spiele sind der­zeit wie schnell wech­selnde Herbst­wetter, mal blitzt gol­dener Son­nen­schein auf, dann pläs­tert es waa­ge­recht vom Himmel. Gegen Argen­ti­nien war die zweite Halb­zeit nicht mehr gut, genauso wie die erste beim Sieg in Nord­ir­land und die zweite bei der Nie­der­lage gegen die Hol­länder. Das hat viel damit zu tun, dass es wegen der Flut von Ver­let­zungen wenig Kon­ti­nuität gibt. Dass man trotzdem das Gefühl hat, dass da etwas wächst, hat nicht zuletzt mit Serge Gnabry und Kai Havertz zu tun.