Harry Foshag, Sie als Bayern-Fan, alleine, umgeben von tau­senden Dort­mun­dern im größten Spiel der deut­schen Ver­eins­fuß­ball­ge­schichte. Ein mul­miges Gefühl bekommt man da schon, oder?
Nein, Angst hatte ich nicht. Es war eher die Angst davor, nicht ins Sta­dion gelassen zu werden. Ich trug zur Sicher­heit einen Ruck­sack, um mein Trikot zur Not darin zu ver­ste­cken. Das war Gott sei Dank nicht nötig. Ein ver­meint­li­cher Bayern-Fan klopfte mir des­halb aner­ken­nend auf die Schulter, weil er selber nur zivil ins Sta­dion ging. Das wäre für mich aller­dings nur halb so schön gewesen.

Aber als rotes Schaaf im Schwarz-Gelben Stall…?
(lacht) Natür­lich gab es hier und da mal böse Blicke und viel­leicht bekam ich das ein oder andere Bier mehr in den Nacken gekippt. Doch als die Bayern-Fans im Sta­dion ihre Lieder sangen hielt ich mich besser zurück. Wobei ich die anderen Bayern-Fans sowieso kaum gehört habe, da die Dort­munder doch sehr laut waren, das muss ich zugeben. Gene­rell war es sehr fried­lich, mit Aus­nahme des ersten Tor­ju­bels. 

Sie meinen das Füh­rungstor von Man­džukić zum 1:0?
Als das Tor fiel, konnte ich nicht anders, als fre­ne­tisch zu feiern! Plötz­lich packte mich ein schwarz-gelber Hüne am Arm, der einen Kopf größer als ich war. Ich fragte, ob er ein Pro­blem habe, worauf er meinte, dass ich ihm beim Jubeln meinen Schal ins Gesicht geschlagen hätte. Das nahm ich in dem Moment natür­lich nicht wahr. Nach einigen unan­ge­nehmen Momenten, konnte ein anderer Dort­mund-Fan schlichten.

Bayern gewann das Spiel mit 2:1, das ent­schei­dende Tor fiel erst kurz vor Schluss. Was pas­sierte nach dem Schluss­pfiff?
Dann gab für mich kein Halten mehr! Über­aschen­der­weise wurde ich in Ruhe gelassen, genauso auch von dem Hünen. Als wir dann das Sta­dion ver­ließen, war eben­falls alles sehr fried­lich. Das war in anderen Spielen auch schon mal anders. Ich erin­nere mich da an das Euro­pa­pokal-End­spiel 1987 gegen Porto.

Der FCB verlor damals in Wien mit 1:2 . Was pas­sierte nach dem Spiel?
Da lagen die Autos am Ende auf dem Dach! Wir hatten das Spiel ja letzt­end­lich sehr unglück­lich ver­loren. Die Polizei hatte die ange­spannte Situa­tion nach dem Spiel über­haupt nicht im Griff. So eska­lierte leider alles und wurde sehr unschön.