Deutsch­land

Den großen Glanz konnte das deut­sche Team bei diesem Tur­nier bisher noch nicht ver­sprühen. Dem sou­ve­ränen 3:0‑Auftaktsieg gegen Gast­geber Ungarn, bei dem Ridle Baku mit einer Vor­lage und zwei Toren einen Sahnetag erwischte, folgten zwei Unent­schieden gegen die Nie­der­lande (1:1) und Rumä­nien (0:0). Nach dem denkbar knappen Sieg im Elf­me­ter­schießen gegen Däne­mark trifft die deut­sche Mann­schaft nun im Halb­fi­nale erneut auf die Nie­der­lande und hat dort die Chance, zum dritten Mal in Folge ins Finale ein­zu­ziehen. In den letzten beiden Fällen war­teten dort die Spa­nier.

Arne Maier
Kein Wunder, dass Arminia Bie­le­feld alles ver­sucht, um ihn doch noch zu halten denn eigent­lich würde das Leih­ge­schäft der Hertha mit dem Ablauf dieser Saison enden. Arne Maier erfüllte seine Rolle als Takt­geber bisher tadellos, prä­sen­tierte sich zudem sehr lauf­stark, ist Kapitän. Seitdem – kurz vor der EM-Grup­pen­phase Ende März – Frank Kramer in Bie­le­feld über­nahm, ent­wi­ckelte sich der 22-Jäh­rige zu einem Füh­rungs­spieler und absol­vierte alle ver­blei­benden Spiele der Rück­runde. Diesen Schwung scheint er nun in die KO-Phase mit­zu­nehmen.

Lukas Nmecha
Der Deutsch-Eng­länder, erzielte bisher drei Tore im Tur­nier – dar­unter die beiden späten Aus­gleichs­treffer gegen die Nie­der­lande (1:1 in der Grup­pen­phase) und zuletzt gegen die Dänen im Vier­tel­fi­nale. Der phy­sisch starke Stürmer scheint von seinem guten Ver­hältnis zu Ex-Team­kol­lege Vin­cent Kom­pany zu pro­fi­tieren. Beide spielten einst bei Man­chester City zusammen, wo Nmecha der­zeit noch unter Ver­trag steht, und begeg­neten sich nun erneut beim RSC Ander­lecht. Kom­pany begann dort, nach seinem Kar­rie­re­ende 2019, seine Trai­ner­lauf­bahn und Nmecha wurde zur ver­gan­genen Saison von den Citi­zens nach Bel­gien ver­liehen Seine Dynamik und Abschluss­stärke wird heute Abend sicher­lich ein Schlüs­sel­faktor im Spiel gegen die Nie­der­länder.

Flo­rian Wirtz
Na klar, der zweit­jüngste Bun­des­li­ga­tor­schütze der Geschichte darf in dieser Liste natür­lich nicht fehlen. Wenn er seine Krea­ti­vität und außer­ge­wöhn­liche Technik auf den Platz bringt, gewinnt das Spiel der deut­schen Mann­schaft an Qua­lität und wird für den Gegner deut­lich schwerer aus­zu­rechnen. Spielt her­vor­ra­gende Pässe und weiß, wie man am Gegner vor­bei­kommt. Auf­grund seines rie­sigen Poten­tials traut man ihm aber auch immer noch zu, sich zu stei­gern.

Trainer Stefan Kuntz
Kuntz hat die deut­sche Mann­schaft bereits einmal zum Titel geführt (2017) und scheint der ideale Mann für den Posten. Wurde auf­grund seiner her­vor­ra­genden Leis­tungen bei der U21 dann auch fol­ge­richtig als Nach­folger von Jogi Löw gehan­delt. Als Spieler zweimal Tor­schüt­zen­könig der Bun­des­liga, deut­scher Meister, Pokal­sieger, Euro­pa­meister. Schafft es offen­kundig, immer wieder, einen beson­deren Team­geist zu wecken und junge Spieler zu führen.

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Er war einer der besten Stürmer der Sieb­ziger und der erste schwarze Natio­nal­spieler Deutsch­lands. Als Fuß­baller traf er fast immer – als Mensch ist er bis heute auf der Suche.

Nie­der­lande

Die Nie­der­länder konnten sich im Tur­nier kon­ti­nu­ier­lich stei­gern: Nach den 1:1‑Unentschieden gegen Rumä­nien und Deutsch­land folgte ein deut­li­cher 6:1‑Sieg gegen Ungarn. Obwohl die Elftal mit Teun Koop­mei­ners und Cody Gakpo zwei Leis­tungs­träger nach der Vor­runde an die eigene A‑Mannschaft ver­loren hat, konnten sie mit dem 2:1‑Viertelfinalsieg gegen Favorit Frank­reich für eine echte Über­ra­schung sorgen.

Dani de Wit
Der 23-Jäh­rige De Wit, der der­zeit beim AZ Alk­maar unter Ver­trag steht, ist Kapitän und Spiel­ma­cher des Teams und konnte bisher ein Tor im Tur­nier erzielen. Kann seine Mit­spieler in Szene setzen, ver­fügt aber auch selbst über einen guten Tor­ab­schluss. Seine Ver­gan­gen­heit im Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trum von Ajax ist ihm jeder­zeit anzu­merken, er trägt nicht umsonst die Nummer 10 auf seinem Rücken.

Myron Boadu
Team­kol­lege von Dani de Wit beim AZ Alk­maar und der Ziel­spieler im Sturm der Nie­der­länder. Boadu erzielte bereits 15 Tore in der Ere­di­visie und sieben Tore in 13 Spielen für die U21. Nach dem Abgang von Flü­gel­spieler Cody Gakpo zur A‑Mannschaft bildet der 22-Jäh­rige nun mit Calvin Stengs und Justin Clui­vert das offen­sive Trio. Erzielte beim 2:1‑Sieg im Vier­tel­fi­nale gegen die favo­ri­sierten Fran­zosen beide Tore.

Justin Klui­vert
Der Leip­ziger will sich nach einer durch­wach­senen ersten Saison in der Bun­des­liga end­lich auf höchstem euro­päi­schen Niveau durch­setzen und so für einen Ver­bleib bei den Sachsen werben. Seinen bisher ein­zigen Treffer des Tur­niers erzielte er beim Vor­run­den­spiel gegen Deutsch­land.

Trainer Erwin van de Looi
Bevor der 49-Jäh­rige vor zwei Jahren das Amt über­nahm, war er von 2005 an zunächst für die U19 des FC Gro­ningen tätig. Später wurde er zu den Profis beför­dert, ehe er 2016 inner­halb der ersten Liga zu Willem II Til­burg wech­selte. Ins­ge­samt betreute van de Looi 194 Spiele in der Ere­di­visie. 2018 erfolgte schließ­lich der Wechsel zur nie­der­län­di­schen U21. Wäh­rend seiner Spie­ler­kar­riere lief er in der Saison 1999/2000 eine Saison für die Stutt­garter Kickers in der 2. Bun­des­liga auf. Kennt Stefan Kuntz aus gemein­samen Trai­ner­lehr­gängen und steht für einen selbst­be­wussten Spiel­stil, der sich nicht am Gegner aus­richtet.