Karim Bel­la­rabi
Der form­schöne sowie prak­ti­sche 11FREUNDE-Bier­de­ckel zum Gegner-drauf-Rund­ma­chen“ geht diese Woche an Braun­schweigs Karim Bel­la­rabi, denn was der Deutsch-Marok­kaner in der Nach­spiel­zeit mit der Ham­burger Defen­sive ver­an­stal­tete, hätte eine eigene Nummer im Zirkus Ron­calli ver­dient gehabt. Zunächst ver­naschte Bel­la­rabi den heillos über­for­derten Heiko Wes­ter­mann, anschlie­ßend durfte auch der bedau­erns­werte Tolgay Arslan eine Runde auf dem lus­tigen Bel­la­rabi-Karus­sell drehen, bevor dieser dann in die Mitte quer­legte, wo Jan Hoch­scheidt locker zum 4:2 ein­schob. Wie die Fern­seh­bilder zwei­fels­frei belegten, setzte sich Bel­la­rabi wäh­rend seines Tänz­chens noch eine Clowns­nase auf, jon­glierte ein paar bren­nende Lotto King Karl-CDs und ver­passte Heiko Wes­ter­mann anschlie­ßend einen Nasen­ring, an dem er den Natio­nal­spieler nach Abpfiff ein paar Ehren­runden über die Tar­tan­bahn führte. Spek­ta­kulär.

Domi Kum­bela
Match­winner in Braun­schweig war neben dem starken Bel­la­rabi vor allem Domi Kum­bela, der nach seiner Ein­wechs­lung ein­fach mal drei Tore schoss. Wobei man fai­rer­weise sagen muss, dass ihm zwei der drei Tore von Ham­burgs Keeper René Adler mit freund­li­cher Geste vor die Füße gelegt wurden, und Tore gegen den HSV zu schießen zur­zeit in etwa so schwierig ist wie den Boden zu treffen, wenn man etwas fallen lässt. Was aber natür­lich nicht heißen soll, dass wir uns nicht mit Domi Kum­bela freuen.

Mirko Slomka
Wir freuen uns auch mit Mirko Slomka, der wieder in Lohn und Brot steht und sich wahr­schein­lich just in diesem Moment im hei­mi­schen Han­nover seinen Cow­boyhut auf­setzt und die Chaps über die Anzugs­hose streift, um sich voller Elan auf den unbe­quemen Rodeo­b­ullen zu schwingen, der der HSV-Chef­trai­ner­posten geworden ist. Den völlig am Boden lie­genden HSV reani­mieren zu wollen, erfor­dert eine im Grenz­be­reich des Irr­sinns lie­gende Por­tion Mut, die uns den aller­höchsten Respekt abnö­tigt. Wenn selbst Felix Magath die Medi­zin­bälle wieder weg­packt und flucht­artig die Stadt ver­lässt, um dem­nächst doch lieber im Lon­doner Abstiegs­kampf als in Ham­burg Spieler auf Trai­nings­plätze erbre­chen zu lassen, dann muss irgendwas faul sein. Ande­rer­seits: Eine ordent­liche Abfin­dung ist in Ham­burg ja immer drin. Wir wün­schen Slomka auf jeden Fall viel Erfolg.

Pierre-Eme­rick Aub­ameyang
Es gibt eine Szene in dem Ani­ma­ti­ons­film Ab durch die Hecke“, in der sich Hammy, das Hoch­ge­schwin­dig­keits-Eich­hörn­chen durch den Nach­bars­garten bewegt und die Welt um sich herum in Zeit­lupe wahr­nimmt, weil es derart schnell ist. So in etwa stellen wir uns Pierre-Eme­rick Aub­ameyangs Leben vor, der am Samstag mal wieder eine geg­ne­ri­sche Abwehr­reihe file­tierte und beim 4:0 gegen Frank­furt dop­pelt traf. In der Tat ist Aub­ameyang derart schnell unter­wegs, dass es eigent­lich nur eine Frage der Zeit scheint, bis er auf die Idee kommt, Flanken zu schlagen, in den Straf­raum zu rennen und die Dinger ein­fach selber rein­zu­köpfen.

Milos Jojic
Eben­falls sehr schnell unter­wegs, nur auf eine andere Art und Weise war am Samstag Dort­munds Neu­zu­gang Milos Jojic. Der Serbe wurde in der 68. Minute ein­ge­wech­selt und musste ganze 17 Sekunden warten, bis er frei vor Kevin Trapp stand und mit seiner ersten Ball­be­rüh­rung direkt sein erstes Tor erzielte – der schnellste Treffer eines Debü­tanten in der Geschichte der Bun­des­liga. In 17 Sekunden schaffen wir es gerade mal, unsere Namen aus­zu­spre­chen ohne uns zu ver­has­peln, und der Mann trägt sich so mir nichts dir nichts in die Geschichts­bü­cher ein. Respekt.

Felipe San­tana
Auch wirk­lich schnell unter­wegs, nur auf eine noch ganz andere Art und Weise, war am Sams­tag­abend Schalkes Felipe San­tana. Zunächst ret­tete der Bra­si­lianer spek­ta­kulär per Kopf für den bereits geschla­genen Ralf Fähr­mann auf der Linie, den anschlie­ßenden Eck­ball holzte sich San­tana dann aber glatt selbst ins Netz – ganze 23 Sekunden später. Ein woh­liger Dopa­min­schauer in den Scha­den­freude-Zen­tren unserer Hirne war die Folge, für Schalke hatte San­tanas Aus­setzer keine nega­tiven Kon­se­quenzen. Gegen unge­fähr­liche Lever­ku­sener kann man sich die Dinger der­zeit auch selber rein­kloppen, Bayer gewinnt trotzdem nicht. 

Leon Goretzka
Durch aller­feinste Sah­ne­technik fiel im sams­täg­li­chen Abend­spiel übri­gens Schalkes Leon Goretzka auf. Der Mit­tel­feld­spieler, der sich mit Hof­fen­heims Niklas Süle noch um den Titel des wand­schrank­haf­testen Nach­wuchs­ki­cker der Liga streitet, setzte im Spiel gegen Lever­kusen einen but­ter­wei­chen Höhe­punkt, als er allein auf Keeper Bernd Leno zulief und die Murmel so feder­leicht ins Eck lupfte, dass es wirkte, als schwebe der Ball ins Netzt. Ein Lupfer, so gefühl­voll, dass Pur ange­kün­digt haben, ein Kon­zept­album über dieses Tor auf­zu­nehmen. Erschre­ckend.

Robin Knoche
Was Robin Knoche in seiner Frei­zeit macht, wissen wir leider nicht, aber wir gehen davon aus, dass er gern Dor­sche angeln geht und viel­leicht auf Wolfs­burger Bau­stellen bau­fäl­lige Häu­ser­wände mit Stirn­stößen ein­schlägt. Viel­leicht hat er aber auch keine Frei­zeit, weil er sämt­liche Zeit abseits der Trai­nings und Spiele am Kopf­ball­pendel ver­bringt. Das könnte man zumin­dest ver­muten, wenn man Kno­ches hru­beschigen Gewalt-Kopf­ball zum 1:1 gegen die Hertha am Sonntag ansieht. Nach einer Ecke stieg Wolfs­burgs Innen­ver­tei­diger schul­buch­artig in die Luft und wemmste den Ball mit der Geschwin­dig­keit einer F‑16 in die Maschen. Und irgendwo in Ham­burg rieb sich ein bekannter DFB-Jugend­trainer eine Träne der Rüh­rung aus dem Augen­winkel.

Xherdan Shaqiri
Über die Bayern muss man der­zeit eigent­lich nichts mehr schreiben. Haben den besten Kader, den best­ge­klei­detsten Trainer, den wütendsten Sport­di­rektor und durch den Allianz-Deal mitt­ler­weile so viel Geld auf der Bank, dass nicht mal mehr Uli Hoeneß es ver­ste­cken könnte. Außerdem haben sie Leute wie die lau­fende Bie­der­mei­er­an­richte Xherdan Shaquiri in der zweiten Kader­reihe, der ganz alleine in der Lage scheint, ein mit­tel­mä­ßiges Bun­des­li­ga­team wie Frei­burg aus­ein­an­der­zu­pflü­cken. So geschehen am Samstag, als der Schweizer gegen den SCF zwei Tore schoss. Und wieder einmal wurde deut­lich: Gegen diese Bayern wird man in dieser Saison nichts mehr aus­richten können.

Assani Lukimya
Was genau in Assani Luki­myas Kopf vor­ging, als er seinen Kata­stro­phen­pass in die Beine von Glad­bachs Rafael spielte, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Wahr­schein­lich ging er in Gedanken gerade seine Ein­kaufs­liste durch oder musste an einen lus­tigen Witz denken, den er mal gehört hat oder ähn­li­ches. In jedem Fall war Bre­mens Innen­ver­tei­diger mit dem Kör­perbau einer Lit­fass­säule nicht so richtig bei der Sache und spielte den desas­trö­sesten Fehl­pass des Wochen­endes, Bremen lag plötz­lich 0:1 hinten und Lukimya wurde kurze Zeit später unter mit­lei­digen Bli­cken von Robin Dutt vom Feld geholt. Bitter. Dass Luki­myas Fehl­pass am Ende dann aber doch nicht ganz so bitter war, lag vor allem an…

Ludovic Obra­niak,
den wir an dieser Stelle herz­lich in der Bun­des­liga will­kommen heißen möchten. In der 88. Minute hob Obra­niak einen Frei­stoß zuckersüß über die Mauer in den Winkel und sorgte so für einen bereits ver­loren geglaubten Punkt gegen Glad­bach und Par­ty­stim­mung im Weser­sta­dion. Der Mann scheint zu wissen, was die Leute von einem erwarten, wenn man in Bremen die Basler-Nummer auf dem Rücken trägt. Wenn er nach seinem Treffer auch noch eine Ecke direkt rein­ge­wemmst, im anschlie­ßenden Inter­view ein Weiß­bier getrunken oder einen Streit mit Werner Lorant ange­zet­telt hätte, er hätte uns als seine größten Fans sicher gehabt.