Er wollte es ein­fach nicht wahr­haben. Das war doch kein Foul! Und jetzt auch noch die Gelbe Karte? Was für eine krasse Fehl­ent­schei­dung. Er war fuchs­teu­fels­wild. Und dis­ku­tierte. Denn eigent­lich war es nicht die Karte, die ihn so auf­regte. Es waren die ras­sis­ti­schen Gesänge, die von der Tri­büne kamen und noch unten auf dem Feld zu hören war. Also ging er. Hin zu den Zuschauern, die wei­ter­s­angen. Und schlug immer fester auf seine Arme, dabei schreiend: THIS IS MY COLOUR!“ – Sulley Mun­tari hatte genug.

Ein Vor­fall im ita­lie­ni­schen Fuß­ball, der fast ein Jahr alt ist. Und eine Ent­schei­dung, das Feld zu ver­lassen, für die Sulley Mun­tari harsch kri­ti­siert und am Ende sogar gesperrt wurde.

Schwache Men­schen

Nun ist es Blaise Matuidi, der sich in den ver­gan­genen Tagen den ras­sis­ti­schen Parolen aus­ge­setzt sah. Am 30. Dezember hatten ihn Fans von Hellas Verona atta­ckiert. Der Verein erhielt dar­aufhin eine Geld­strafe von 20.000 Euro und ein Geis­ter­spiel plus wei­tere 20.000 Euro auf Bewäh­rung. Nur ein Tag nach der Urteils­ver­kün­dung machten die Anhänger von Cagliari Calcio gleich weiter. Matuidi ließ sich nicht irri­tieren, bezog nach dem Spiel aber klar Stel­lung: Schwache Men­schen ver­su­chen, mich mit Hass ein­zu­schüch­tern. Ich bin kein Hasser, und es tut mir leid für diese Per­sonen, die solch schlechte Bei­spiele abgeben.“

Der Verein aus Sar­di­nien ent­schul­digte sich post­wen­dend bei Matuidi. Sprach davon, dass er ein Vor­bild für die Jugend sei – was man den Fans von Cagliari ja nun zwei­fels­frei abspre­chen darf – und sowieso sei Ras­sismus nicht der Stil der Sarden.

Alles von vorne

Team­kol­legen und wei­tere Fuß­baller sprangen Matuidi eben­falls zur Seite. Kevin-Prince Boateng zum Bei­spiel: Genug ist genug! Ich bin mit dir, Blaise Matuidi, wir müssen stand­haft bleiben und den Ras­sismus bekämpfen – jetzt!“ Auch Boateng hat Erfah­rungen mit Ras­sismus gemacht. 2013 ver­ließ er nach Schmäh­rufen bei einem Test­spiel den Platz, seine Mann­schaft folgte ihm. Es schien zuerst, als ob der absurde Nach­mittag in Busto Arsizio Anfang Januar eine aus­rei­chende Mah­nung gewesen wäre“, schrieb die Gazetta Dello Sport“. Dann wurde nur wenige Monate später Boa­tengs Team­kol­lege Mario Balo­telli im Spiel gegen den AS Rom ange­griffen. Im Punkt­spiel ging Milan nicht vom Platz. Und das eklige Spiel begann von neuem.